Küttigen
Die uralte Kirchberg-Birke kann nicht mehr gerettet werden

Die Birke im Garten des Pfarrhauses auf Kirchberg ist ein aussergewöhnliches Exemplar. Aber leider so krank, dass sie diese Woche gefällt werden muss.

Katja Schlegel
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Die Birke (links im Bild) steht wohl seit rund 100 Jahren im Garten des Pfarrhauses.

Die Birke (links im Bild) steht wohl seit rund 100 Jahren im Garten des Pfarrhauses.

Katja Schlegel

Stolz steht sie im Garten des reformierten Pfarrhauses auf dem Küttiger Kirchberg, zu ihren Füssen blüht es farbenfroh. Eine Birke, so ausladend und stattlich, wie man es nur selten sieht. Aber man sieht auch: Während um sie herum die Blüten und Blätter spriessen wie wild, steht die Birke nahezu kahl da.

Der Baum ist zu krank, um sie weiter stehen zu lassen

Für die Birke ist die Zeit abgelaufen. Sie muss diese Woche gefällt werden. Das hat die Kirchenpflege der reformierten Kirche Kirchberg (Küttigen, Rombach, Biberstein) entschieden. Laut Baumpfleger Lukas Kauffungen, der die Birke betreut, ist der Baum zu krank, um ihn weiter stehen zu lassen: «Bereits im letzten Sommer hat sich gezeigt, dass rund ein Drittel des Baumes abgestorben ist.»

Ein Zurückschneiden der Birke würde nichts nützen. «Dazu ist die Menge an Totholz bereits zu gross. Eine Birke regeneriert sich nicht mehr.» Zuwarten mache deshalb keinen Sinn.

Die Birke dürfte rund 100 Jahre alt sein

Das Alter des Baumes, aussergewöhnlich ausladend und rund 15 Meter hoch, schätzt Kauffungen auf gegen 100 Jahre. Ein stolzes Alter für eine Birke; die Lebenserwartung dieser Pionierbaumart liegt bei 80 bis 100 Jahren.

Stolz auch deshalb, weil die klimatischen Bedingungen in diesen Breitengraden nicht unbedingt für eine Birke sprechen, mag sie es doch eigentlich lieber kühl und feucht.

Ersatz ist geplant, muss aber noch warten

Gefällt wird die Birke nicht als Ganzes. Zu gross wäre die Gefahr, dass sie Umliegendes beschädigen könnte. Um keinen Schaden anzurichten, wird Lukas Kauffungen auf den Baum klettern und ihn Stück für Stück fällen. Auch das ein Grund, weshalb er mit der Fällung nicht zuwarten will, bis die ganze Birke dürr ist: «Die Fällung würde dadurch sehr kostenintensiv, weil ich nicht mehr hochklettern, sondern über einen Kran an den Stamm gelangen muss.»

Der Entscheid, die Birke zu fällen, sei schweren Herzens getroffen worden, wie Stephan Berner, Kirchenpfleger und zuständig fürs Ressort Liegenschaften, sagt. Seit jeher hier daheim, sei er sein Leben lang der Birke immer wieder begegnet. Und über all die Jahre habe er immer über den riesigen, wunderbaren Baum gestaunt. «Es war für mich sehr schwierig, diesen Entscheid meinen Kirchenpflegemitgliedern vorzuschlagen», sagt Berner. «Aber es ist natürlich auch der Lauf der Dinge, wie er gerade auf dem Kirchberg täglich gelebt wird.»

Ein Ersatz für die Birke ist zwar geplant, wird aber aktuell noch nicht gepflanzt. «Der Platz wird coronabedingt für ein Zelt genutzt, um Anlässe durchzuführen», sagt Berner. Später werde aber natürlich wieder ein Baum gepflanzt. Die Birke soll übrigens nicht einfach entsorgt werden. «Wahrscheinlich wird das Holz an die Kirchenmitglieder verteilt – in welcher Form, ist noch nicht festgelegt.»