Küttigen
Ammann zur Gemeindehaus-Sanierung: «Es ist kein überrissenes Projekt»

Zwei umstrittene Traktanden und eine wichtige Strassensanierung: Der Gemeinderat erklärte den Stimmbürgern, was an der Gemeindeversammlung auf sie zukommt.

Nadja Rohner
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Gemeindeammann Tobias Leuthard vor dem Gemeindehaus, das saniert werden soll.

Gemeindeammann Tobias Leuthard vor dem Gemeindehaus, das saniert werden soll.

Nadja Rohner

Es sei «ein langersehntes Wiedersehen», sagte Ammann Tobias Leuthard zu den knapp zwei Dutzend Personen, die am Montag an die Infoveranstaltung zu drei Gemeindeversammlungs-Geschäften erschienen. Es sind die gewichtigsten drei der sehr umfangreichen Traktandenliste. Umfangreich deshalb, weil coronabedingt die Wintergmeind ausgefallen war.

Thema des Abends waren drei Kredite: 1,419 Mio. Franken für die Innensanierung des Gemeindehauses, 1,64 Mio. Franken für die Belagssanierung und Gehwegverlängerung an der Staffeleggstrasse und 110'644 Franken Investitionsbeitrag an die Traglufthalle über dem Schwimmbad Suhr. Die Finanzkommission, welche sowohl den Gemeindehaus- als auch den Traglufthallenkredit ablehnt, äusserte sich an der Infoveranstaltung nicht.

Die letzte Innensanierung des 1974 gebauten Gemeindehauses ist bereits 20 Jahre her. Zunächst war laut Tobias Leuthard nur eine Neumöblierung der Sitzungszimmer im zweiten Stock vorgesehen, dann beschloss der Gemeinderat jedoch, gleich Nägel mit Köpfen zu machen: Neben der Sanierung ist eine Umgestaltung (hindernisfrei) geplant, weil die Kanzlei und das Personenmeldeamt neu im Erdgeschoss zusammengelegt werden, wo ein dauerhaft bedienter Empfang eingerichtet wird.

Das Sozialamt zügelt in den zweiten Stock. Auf Sicherheitsbedenken aus dem Plenum sagte Tobias Leuthard, der Gemeinderat habe eine Güterabwägung vorgenommen: «Während meiner neun Jahre im Gemeinderat haben wir zwei renitente Kunden beim Sozialen Dienst erlebt. Das Risiko erscheint uns vernachlässigbar. Entsprechend haben wir das Diskretionsbedürfnis höher gewichtet.» Leuthard betonte: «Es ist kein überrissenes, sondern ein für die Gemeindefinanzen verträgliches Projekt, das gute Voraussetzungen für die nächsten 20 Jahre schafft.»

An der Gemeindeversammlung vom 2. Juni wird sich zeigen, ob Küttigen Ja sagt zu einem Beitrag an die Traglufthalle über dem Schwimmbad Suhr, wie es etwa Aarau, Buchs, Densbüren und Erlinsbach AG getan haben ‒ oder Nein wie Erlinsbach SO, Muhen und Unterentfelden. Der Gemeindeammann erklärte, dass der Gemeinderat «nach mehrfachen intensiven und kontroversen Diskussionen» den Beitrag beantrage.

«Hallenbäder sind eine regionale, keine kommunale Aufgabe ‒ und Küttigen ist als wichtiger Teil der Region mitverantwortlich, diese Aufgabe zu erfüllen.» Auf eine Anfrage aus dem Publikum antwortete Leuthard, eine Kostensteigerung sei für Küttigen ausgeschlossen, und an den Betrieb der Halle müsse die Gemeinde nichts zahlen. Nicht garantieren könne der Gemeinderat, dass andere «aarau regio»-Gemeinden dereinst an Küttiger Infrastrukturprojekte einen Beitrag leisten.

Am wenigsten zu reden gaben die geplanten Bauarbeiten an der Staffeleggstrasse (auf dem Abschnitt vom Dorf bis zum Kreisel oberhalb des Tunnels). Der Kanton hat hier den Lead. Es geht um einen Ausbau, eine Belagssanierung, ein längeres Trottoir, ein Radstreifen bergwärts und den behindertengerechten Umbau der Bushaltestellen. Laut dem zuständigen Gemeinderat Raymond Hunziker ist es möglich, dass der rund anderthalb Jahre dauernde Bau, währenddem die Strasse die meiste Zeit befahrbar sein wird, erst 2025 oder 2026 beginnen kann. Dies, damit diese Baustelle nicht gleichzeitig mit jener beim Knoten Rombacherhof stattfindet.