Aarau
KSA-Parkplatzmangel: Nur jeder dritte Angestellte kann mit dem Auto zur Arbeit

Das Kantonsspital Aarau leidet unter akutem Parkplatzmangel. Nur jeder dritte Angestellte kann sein Auto im nahen Parkhaus oder im KSA-Park abstellen. Das bekommt nun auch die Gemeinde Buchs zu spüren.

Manuel Bühlmann
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Sabrina Kiener ist eine der KSA-Mitarbeiterinnen, die mit dem knappen Parkplatzangebot auskommen müssen. Emanuel Freudiger

Sabrina Kiener ist eine der KSA-Mitarbeiterinnen, die mit dem knappen Parkplatzangebot auskommen müssen. Emanuel Freudiger

Sabrina Kiener fährt nur noch bei schlechtem Wetter mit dem Auto zur Arbeit am Kantonsspital Aarau (KSA). Die leitende biomedizinische Analytikerin aus Starrkirch-Wil hat ihre Parkkarte abgegeben, weil sie ihr nach der Tariferhöhung, die das KSA 2010 parallel zur Änderung des Aarauer Reglements eingeführt hat, zu teuer wurde. «Es ist ärgerlich, dass nicht mehr Parkplätze vorhanden sind», sagt Kiener.

Wer im KSA arbeitet und eine Parkbewilligung möchte, braucht eine gehörige Portion Geduld. Für die rund 3500 Mitarbeiter stehen gerade einmal 1000 Parkplätze zur Verfügung, die sie sich aber teilweise mit Besuchern und Patienten teilen müssen.

Oder anders gesagt: Auch wenn die unterschiedlichen Einsatzschichten berücksichtigt werden, kann nur etwa jeder dritte Angestellte sein Auto im nahen Parkhaus oder im KSA-Park abstellen.

350 Personen auf der Warteliste

Gemäss Reto Bucher, Leiter Beschaffung und Logistik im KSA, stehen zurzeit 350 Namen auf der Warteliste. «Etwa zwei Jahre muss auf einen Parkplatz gewartet werden», sagt Bucher. Diese würden unabhängig von beruflicher Position nach Eingang des Gesuchs verteilt.

Jetzt zeigt sich: Die Konsequenzen des Parkplatzmangels bekommt auch die Nachbargemeinde Buchs zu spüren. Das Fremdparkieren von Berufspendlern – darunter viele Spitalangestellte – ist mit ein Grund für die Einführung eines Buchser Parkierungsreglements.

Bucher schliesst nicht aus, dass sich die Situation rund ums KSA weiter verschärfen könnte, wenn Buchs wie geplant die Parkzeiten für Auswärtige auf drei Stunden begrenzen würde.

Anreize für Autoverzicht

Konkrete Pläne für die Erweiterung des Parkhauses gibt es zurzeit aber keine. Mit einem jährlichen Umweltbonus von 350 Franken werden diejenigen Mitarbeiter belohnt, die keinen KSA-Parkplatz in Anspruch nehmen.

Der Betrag, der aus den Einnahmen der Parkplätze bezahlt wird, soll zur öV-Benutzung anregen. Kontrolliert wird jedoch nicht, ob auch alle mit Bus und Bahn zur Arbeit fahren, die den Umweltbonus erhalten.

«Das können wir nicht kontrollieren, weil die Mitarbeitenden uns diesbezüglich keine Rechenschaft schuldig sind», sagt Bucher. Zudem versuche das KSA mit subventionierten E-Bikes oder der Teilnahme an der «bike to work»-Kampagne zum Verzicht aufs Auto zu motivieren.