Tötungsdelikt Aarau

Kroate (28) tötete Rentnerin: Keine Mordanklage – Staatsanwaltschaft fordert «kleine Verwahrung»

Der 28-jährige Kroate, der am 17. Januar 2019 in Aarau die Rentnerin Hildegard Enz Rivola getötet hat, ist laut psychiatrischem Gutachten schuldunfähig.

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hat statt Anklage wegen Mordes und mehrfachen Betäubungsmittelkonsums zu erheben, beim Bezirksgericht Aarau die Anordnung einer Massnahme beantragt, wie die Oberstaatsanwaltschaft in einer Medienmitteilung schreibt. Der Grund dafür ist, dass der Täter laut psychiatrischem Gutachten schuldunfähig ist.

Am Abend des 17. Januar 2019 hatten Nachbarn die 66-jährige Schweizerin mit zahlreichen Stichverletzungen vor ihrer Wohnung in Aarau aufgefunden. Das Opfer erlag später im Spital seinen schweren Verletzungen.

Der Beschuldigte gestand, Hildegard Enz Rivola getötet zu haben. Er hatte mindestens 30 Mal auf den Oberkörper sowie zahlreiche weitere Mal auf Beine und Arme des Opfers eingestochen. Dies besagt das rechtsmedizinische Gutachten.

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Lange schien es, als tappe die Kantonspolizei Aargau beim Tötungsdelikt an der Erlinsbacherstrasse in Aarau im Dunkeln. Doch am 12. Februar hat sie einen 28-jährigen Mann festgenommen, der verdächtigt wird, die 66-jährige Hildegard Enz Rivola vor fast einem Monat getötet zu haben. 

Keine persönliche Beziehung zwischen Täter und Opfer

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, das Opfer getötet zu haben, weil er nur noch einen Monat in einem Zimmer hätte wohnen können und vorhatte, nach dem Tod des Opfers dessen Wohnung zu beziehen.

Zwischen dem Beschuldigten und der erstochenen Frau bestand laut der Mitteilung keine persönliche Beziehung. Warum wurde dann ausgerechnet die Rentnerin zum Opfer des Kroaten? Auf Nachfrage der AZ sagt Fiona Strebel, der Mann habe im Jahr 2015 als Sanitär in ihrer Wohnung gearbeitet und deshalb gewusst, dass die Frau dort alleine wohne. 

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Einige Beweise deuten nun darauf hin, dass ein 28-jähriger Kroate der mutmassliche Mörder von Hildegard Enz ist. 

Beschuldigter leidet an paranoider Schizophrenie

Vor und nach der Tat hatte der Beschuldigte Kokain, Marihuana und Alkohol konsumiert. Die Staatsanwaltschaft hatte ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben, welches beim Täter eine paranoide Schizophrenie diagnostizierte und einen schädlichen Konsum von Alkohol und Kokain. Aus forensisch-psychiatrischer Sicht sei zum Zeitpunkt der Tat die Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten aufgehoben gewesen. Das psychiatrische Gutachten kommt daher zum Schluss, dass der Beschuldigte schuldunfähig sei.

Deshalb hat die Staatsanwaltschaft, statt Anklage wegen Mordes und mehrfachen Betäubungsmittelkonsums zu erheben, die Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme in einer geschlossenen Einrichtung beantragt. Diese wird auch als "kleine Verwahrung" bezeichnet.

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Der Ex-«Waage»-Wirt sprach auch bei Tele M1 offen über den Tod seines Stammgastes Hildegard Enz Rivola. Die 66-Jährige ist Mitte Januar in ihrer Wohnung an der Erlinsbacherstrasse mit zahlreichen Messerstichen so schwer verletzt wurde, dass sie später verstarb. Die Ausschnitte aus dem Tele-M1-Beitrag sind nach der Verhaftung des Tatverdächtigen, am 14.2.2019, ausgestrahlt worden.

Hohes Rückfallrisiko

Die Staatsanwaltschaft geht, gestützt auf das Gutachten, davon aus, dass ohne entsprechende stationäre psychiatrische Behandlung ein hohes Risiko besteht, dass der Beschuldigte erneut Gewaltstraftaten begehen könnte.

Bis der Antritt des stationären Massnahmevollzugs möglich ist, befindet sich der Beschuldigte im vorzeitigen Strafvollzug. Der Antrag auf Anordnung der Massnahme ist am Bezirksgericht Aarau hängig. 

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