Die Fragen beantworteten am Donnerstagabend Peter Steiner, Leiter der Fachstelle externe Schulevaluation, Stefan Schnyder, stellvertretender Leiter des kantonalen Inspektorats und der ressortverantwortliche Stadtrat Lukas Pfisterer. Anwesend war auch die Schulpflege – wegen Krankheit entschuldigt allerdings deren Präsident Max Becker.

Zunächst nannte Peter Steiner die drei Hauptfaktoren, die zum schlechten Ergebnis geführt hatten: So ging mit jedem personellen Wechsel in Schulpflege und Gesamtschulleitung Know-how verloren. Der Aufbau eines funktionsfähigen Führungsgremiums wurde dadurch erschwert. Überdies war sich das Gremium bei der Prioritätensetzung der Geschäfte uneins. Peter Steiner betonte, dass die Schulführung in den letzten drei Jahren anspruchsvolle Veränderungsprozesse eingeleitet und die Schule Aarau im Übrigen gut abgeschnitten habe. Stefan Schnyder schilderte den Prozess der Nachevaluation. Erst die Krise am Oberstufenschulhaus im Januar 2011 habe erneute Führungsschwächen aufgezeigt und die Schulführung in alte Muster zurückgeworfen.

Zwei Massnahmen sollen zu einer verbesserten Schulführung beitragen: Die Aufsicht durch das kantonale Inspektorat und eine externe Beratungsperson. Letztere werde durch die Stadt bezahlt, ergänzte Stadtrat Pfisterer. Er bot seine Unterstützung an.

Angeregte Diskussion

Ein Vertreter des Elternbeirats wollte in der anschliessenden Diskussion wissen, warum nicht früher eingegriffen worden sei. Peter Steiner meinte, dass man die Nachevaluation wohl auch schon nach zwei Jahren statt erst nach drei hätte machen können. Eine weitere Publikumsfrage: Verfügen die Schulpfleger als Milizbehörde überhaupt über die nötige Qualifikation für die strategische Aufgabe? Schulpfleger Daniel Fondado antwortete, seine berufliche Qualifikation käme seinem Aufgabenbereich in der Schulpflege entgegen. Schulpfleger könnten sich aber auch weiterbilden lassen.

Was der Grund für die schnellen Wechsel sei, wollte man wissen. Barbara Urech sagte zunächst, dass man parteipolitisch immer einen Konsens gefunden habe. Erst auf Nachhaken, meinte sie, die Chemie habe im Gremium nicht gestimmt. Es irritierte auch, dass Stadtrat Pfisterer die Schulpflege nun unterstützen kann, obwohl er das als Stadtrat gar nicht darf. Pfisterer erklärte, dass er seine Unterstützung durchaus anbieten und im Stadtrat und im Einwohnerrat anschliessend Überzeugungsarbeit leisten könne. Beispielsweise beim Geschäft Gesamtschulleitung; die Stelle ist immer noch nicht ausgeschrieben. Ein weiteres Mitglied des Elternbeirats wollte von den Schulpflegern schliesslich wissen, wie sie die rote Ampel aufgenommen hätten. Daraufhin sagte Urech, dass es ihr sehr leidtue und sie Mitverantwortung dafür trage. Urech wird, genau wie Heinrich Hochuli, noch bis Sonntag Schulpflegemitglied sein.

Ab Sonntag zwei Neue

Dann werden mit der Ersatzwahl zwei Neue das Gremium ergänzen. Daniel Fondado und Rolf Schwyter, die der Schulpflege erst seit Herbst 2011 angehören, setzten den Akzent auf die Zusammenarbeit. Keine Stellung nahmen hingegen Ivo Speck, Ruedi Birchler und auch Heinrich Hochuli.

Immerhin resultierte aus der zweiten roten Ampel ein Mehr an Transparenz: ein Elternbrief, eine Informationsveranstaltung sowie öffentliche Einsichtnahme in den Bericht. Der Nachevaluationsbericht liegt im Stadthaus, in den Schulhäusern und im Schulsekretariat auf und kann dort eingesehen werden. Im Internet wird er nicht publiziert.