Aarau
Krise? Nur wenige Aarauer Gewerbler merken was

Wie läuft das Geschäft? Die az hat 17 Aarauer Gewerbetreibende am MAG zum laufenden Jahr befragt. Der Tenor: Bei den meisten Kleinunternehmer läuft das Geschäft gut.

Werner de Schepper und Lea Durrer
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Bei der Aarauer Feuerwehr
30 Bilder
Alltagsgegenstände ertasten beim Blindenwerband
Der Fischlibrunnen in Mitten der Marktstände
Schmuckhändler bieten alles Erdenkliche an
Konzert auf der Gasse
Komitee vor offiziellen Gästen im Zelt am Holzmarkt
Bei der Aarauer Feuerwehr lässt es sich gut gehen
Ein Gläschen Wein zur Pizza
Das Angebot an Büchern ist riesig
Lungenliga In einem halben Jahr wurden an der Neuen Kanti Aarau 2204 Päckli Zigis geraucht im Gegenwert von einem Smart
ZEKA
Marcel Suter beim Blindwurf
Vize-Ammann spricht zu den offiziellen Gästen im Zelt am Holzmarkt
Bilder vom ersten Tag an der MAG (29.9.2011)
Vize-Ammann spricht zu den offiziellen Gaesten im Zelt am Holzmarkt
Stollenwerkstatt
Margrit Stüssi, Kommandantin Aarauer Feuerwehr
Eine kleine Bäckerin am Werk
Besucher strömen durch die Zelte
Männer(Warte)Bar
Mittagessen vor der Markthalle
Stände stehen in der Aarauer Innenstadt
Im Buchantiquariat finden Liebhaber bestimmt ein Werk
Solarstromstand bei den IBA
Diese Besucher lassen sich an der MAG verwöhnen
Würste von Mezger Strässle
AAR-Direktor an der Glücksscheibe von Aargautourismus
Licht und Design
Weindegustation der Cave Sainte-Anne
Diese Frauen testen ein Bett von Hüsler Nest

Bei der Aarauer Feuerwehr

Alex Spichale

«Krise? Ist die nicht vorbei?», fragt Patrizia Roth-Curatolo vom Aarauer Weinhaus Vinacria. Der Familienbetrieb in der Laurenzenvorstadt spürt jedenfalls nichts davon: «Uns gibt es seit sieben Jahren. Jedes Jahr ein bisschen besser.» Einziger Wermutstropfen war die diesjährige Aargauer Messe AMA: «Dort lief es weniger gut.»

Auch der Aarauer Urs Schüpfer, der mit seinen selbst gemischten Gewürzen Märkte und Messen bereist, machte an der AMA dieses Jahr schlechte Erfahrungen. Sein erstes Fazit für 2011: «Die Monatsmärkte und der Online-Verkauf laufen immer besser, die Messen schlechter.» Er hofft jetzt auf den MAG und kämpft darum, dass er endlich auch auf dem Aarauer Monatsmarkt einen Stand haben darf: «Die Aarauer Behörden haben lieber die grossen Gewürzhändler, statt einen einheimischen Kleinen wie mich.»

Gegen Banken und Franken sind Brot und Käse resistent. So sagt Monica Leutwiler von der Bäckerei Kettenbrücke: «Bäckersein ist immer hart, aber es läuft, weil wir gut und frisch sind.» So sieht es auch Walter Flückiger vom «Chäs-Wali» in Aarau: «Schwankungen gibt es immer, aber wir haben Stammkunden und Käse und Lebensmittel braucht es immer.»

«Es brauchte die Nationalbank»

MAG-Präsident Rainer Zulauf spürt mit seinen Musikinstrumenten den Franken schwanken: «Als der Franken im Sommer praktisch 1:1 zum Euro stand, war es bitter. Seit die Nationalbank die Untergrenze auf Fr. 1.20 festgelegt hat, können wir wieder mithalten. Und wenn ein Lieferant mehr Geld von uns will als in Euro, listen wir ihn aus.» Selbst in der Drogerie Telli ist der Euro ein Thema: «Die Kunden sind zurückhaltender», sagt Geschäftsführerin Susanne Werder.

Auch bei Bang&Olufsen Aarau und Unterhaltungselektronik Bolliger geht der Umsatz zurück. Aber Aurelian Tanasse von der Bolliger AG ist sicher: «Fachgeschäfte erleben einen Aufschwung.» Urech Optik spürt das bereits: «Es zieht wieder an.» Arbeit, dass einem Hören und Sehen vergeht, haben Hörberater Amplifon und Hörzentrum Gfeller. Aber da die Branche die Preise für Hörgeräte senken musste, fällt der Umsatz runter.

Sorgenfrei schläft Marcel Bindt vom Aarauer Bettenhaus: «Wir werden an den Rekordumsatz 2010 anknüpfen.» Keine Krise kennen die Frauen von Bottoni piu, arte del benessere und Zauberhaft, die zusammen einen Stand für Frauen und eine Bar für Männer betreiben: Karin Berini von Bottini piu weiss warum: «Unsere Geschenkartikel sind eine Sache des Herzens und Gefühle kennen keine Krise.» Für die Mode war 2011 bisher «nicht ein Super-Jahr, aber ein gutes Jahr», sagt Erika Lehmann von Scooter Fashion in Aarau.

Vladimir Pavlovic, Geschäftsführer der Vinothek Aarau, weiss, warum es auf und ab geht: «Immer wenn die Aktien raufgehen, verkaufe ich mehr Rotwein.» Deshalb wird 2011 für ihn «nicht schlecht, aber sicher auch nicht besser als das Super-Jahr 2010».

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