Daniel Niggli fehle es an Einfühlungsvermögen, sagt eine Lehrperson. Eine Lehrerin habe beim Schulleiter Rat gesucht, weil die Belastung in ihrer Klasse immer grösser wurde. Anstatt darauf einzugehen, habe Niggli diese schwierige Klasse sogar noch vergrössern wollen. Als daraufhin die Lehrerin meinte, sie könne dies nicht bewältigen, habe Niggli erwidert: «Dann musst du halt kündigen.»

Dabei wünschen sich 29 Lehrerinnen und Lehrer des Oberstufenschulhauses nichts mehr, als dass der Schulleiter Daniel Niggli kündigen würde. «Er hat es mit fast allen ‹verkachelt› – es geht einfach nicht mehr», sagt eine Lehrperson. Auch davon, dass dem Schulleiter nach den Sportferien ein Führungsberater zugestellt wird, hält sie nichts. «Er wird nichts bringen. Auch finanziell gesehen, ist es Blödsinn.»

«Auch die Schüler leiden»

Eine andere Lehrperson geht noch weiter: Sollte der Schulleiter nach den Ferien tatsächlich wieder zurückkehren, dann gehen die OSA-Lehrerinnen und -Lehrer auf die Barrikaden. «Wir machen dann die Drohungen wahr, es wird sehr viele Kündigungen geben.»

Viele Lehrer wollen aber genau dies eigentlich nicht: Es gebe Lehrerinnen und Lehrer, die hier ihre Lebensstelle innehätten. Und auch die Stimmung im Team sei eigentlich gut. Wenn da nicht das Problem mit dem Schulleiter wäre – darunter leide die Fröhlichkeit im ganzen Schulhaus. «Nicht zuletzt geht das auch auf Kosten der Schüler», heisst es aus dem OSA. Weil es so viele Wechsel gibt, sind auch die Eltern verunsichert: «Wieso hat mein Kind jetzt schon wieder eine neue Lehrerin?», würden sie sich fragen.

Reaktionen der az-Leser

Auch bei den az-Lesern hat die Geschichte über die angedrohte Massenkündigung Reaktionen ausgelöst. So schreibt etwa Jürg Mäder: «Wenn es so ist, wie die Lage hier beschrieben wird, wäre für mich die Situation klar. Es sollte wie in der Wirtschaft sein: Taugt eine Führungsperson nicht, muss diese schnellstmöglich ausgewechselt werden, da sonst der ganze Betrieb leidet.»

Nicht zuletzt gibt es da noch die ehemaligen Lehrerinnen und Lehrer. 24 an der Zahl haben die OSA innerhalb von zwei Jahren verlassen. Einige hätten nach dem Abgang kein Arbeitszeugnis erhalten. Zuvor habe es unter einem anderen Schulleiter drei Jahre lang praktisch keine Kündigungen gegeben. Die az Aargauer Zeitung wollte bei Schulleiter Daniel Niggli eine Stellungnahme einholen, dies ist aber nicht möglich, weil er derzeit krank ist. (bal)