Auch am dritten Tag nach der grossen Suchaktion der Kantonspolizei Aargau gibt es offiziell noch keinen Hinweis darauf, wer die 66-jährige Rentnerin am vergangenen Donnerstagabend an der Erlinsbacherstrasse in Aarau niedergestochen haben könnte.

Die Nachbarn hatten die Frau kurz nach 18 Uhr blutüberströmt vor ihrem Hauseingang gefunden. Sie schrie um Hilfe. Obwohl die Ambulanz sie ins Spital brachte, erlag sie noch am gleichen Abend ihren schweren Verletzungen. Jemand hatte mit einer Stichwaffe mehrmals auf sie eingestochen.

Die Frau soll mit einem kleinen schwarzen Hund alleine in der Wohnung gelebt haben. Der Vierbeiner, der seit der Tat vermisst wurde, konnte in der Zwischenzeit gefunden werden, wie Tele M1 berichtet.

Der Fall wirft viele Fragen auf. Etwa, ob die Frau gezielt ausgesucht wurde oder ob sie ein Zufallsopfer war. Laut ihrem Ex-Mann – von dem sie seit zehn Jahren getrennt lebte – hatte sie keine Feinde, wie er Tele M1 erklärte. Auch liegt die Wohnung nicht direkt an der Strasse, sondern kann nur durch Begehen zahlreicher Stufen auf einem Privatgrundstück erreicht werden.

Roland Pfister, Kommunikationschef der Kantonspolizei Aargau, sagte am Tag nach der Tat, dass es keinen konkreten Tatverdächtigen gebe. Entsprechend laufen die Ermittlungen in alle Richtungen.

Kriminalistische Kleinarbeit

Eine über 20-köpfige Mannschaft der Kantonspolizei Aargau suchte am Tag nach der Tat das Gelände um den Tatort akribisch ab.

Markus Melzl, ehemaliger Kriminalkommissär, sagt gegenüber Tele M1, dass die Ermittlungen in einem solchen Fall kriminalistische Kleinarbeit darstellten. Es sei jetzt wichtig herauszufinden, mit welchen Personen sie in Kontakt stand. «Ihr Umfeld wird nun ganz genau angeschaut. Nebst der Auswertungen der Spurensicherung und des gerichtsmedizinischen Instituts wird etwa abgeklärt, ob es Kameras in der Nähe gibt, die etwas aufgenommen
haben könnten.» Ebenfalls werden in solchen Fällen «Radaranlagen überwacht, ob jemand zum Beispiel schnell vom Tatort geflohen sein könnte», so Melzl.

In den Fokus der Ermittlungen sollen laut dem Regionalsender auch Asylzentren geraten sein. Ein Angestellter des Sicherheitsdienstes der «Casa Torfeld» in Buchs berichtete etwa, die Polizei habe die Angestellten des Sicherheitsdienstes angewiesen, sich sofort zu melden, wenn Personen mit Schnittverletzungen an den Händen auftauchen sollten. Es liegt allerdings kein konkreter Verdacht vor.

Die Kantonspolizei bittet Zeugen, die Angaben zum Tathergang oder zur Täterschaft machen können, sich unter 062 835 81 81 zu melden.

Kantonspolizisten durchsuchen das Gelände um den Tatort an der Erlinsbacherstrasse 40 in Aarau nach Hinweisen zur Täterschaft

Kantonspolizisten durchsuchen das Gelände um den Tatort an der Erlinsbacherstrasse 40 in Aarau nach Hinweisen zur Täterschaft. (Video vom 18. Januar 2019)