Kreisschule Aarau-Buchs

Kreisschulräte geben sich selber mehr Mitspracherechte

Der Kreisschulrat wurde lange als «reines Abnicker-Gremium» bezeichnet.

Der Kreisschulrat wurde lange als «reines Abnicker-Gremium» bezeichnet.

In kleiner Besetzung fällte das Schulparlament einen wichtigen Entscheid.

Corona hat die Kreisschule Aarau-Buchs fest im Griff. Das wurde nicht nur am Donnerstagabend an der Kreisschulratssitzung deutlich: Zwei von sieben Schulpfleger fehlten pandemiebedingt und fünf von 18 Ratsmitgliedern fehlten, Letztere «aus verschiedenen Gründen», wie Ratspräsidentin Martina Suter sagte.

Die Kreisschulpflege legte eine Statistik vor, um zu zeigen, wie stark die grösste Schule im Aargau von Corona betroffen ist: Stand Donnerstag waren insgesamt 14 Lehrpersonen an Covid-19 erkrankt, 5 aktuell. Bei den Schülerinnen und Schüler gab es total 19 positive Fälle, aktuell 9. «Allen Betroffenen geht es den Umständen entsprechend gut», sagte Kreissschulpfleger Salvatore Nunziata.

Er betonte jedoch, dass diese positiv Getesteten bei weitem nicht alle Absenzen abbilden, die durch die Pandemie ausgelöst wurden. «Die vielen Absenzen unter den Lehrpersonen konnten jedoch durch die eigens gegründete Lehrer-Börse sehr gut aufgefangen werden», sagte Nunziata  – der Aufwand sei jedoch gross. Mittlerweile hat die Schule für die Lehrpersonen Stoffmasken beschafft – und für die Schüler 100'000 Einwegmasken.

Zukunft der Einschulungsklassen ist weiter ungewiss

Die 13 am Donnerstag in der Auenhalle Rohr anwesenden Kreisschulräte erteilten sich selber mehr Mitspracherechte: Bisher kannte der Rat weder die Motion noch das Postulat. Das hatte in der Vergangenheit zu zahlreichen zeitraubenden Diskussionen geführt, mehrmals war von einem «reinen Abnicker-Gremium» die Rede.

«Der Kreisschulrat hat im Bereich des Schulwesens die Aufgaben der Einwohnerräte von Aarau und Buchs übernommen», heisst es in einem Antrag von SVP, EVP, GLP und FDP zu einer Satzungsänderung. «Es ist nicht einzusehen, dass eine Kreisschulrätin weniger politische Instrumente zur Verfügung haben soll als zuvor eine Einwohnerrätin.» Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Knapp abgelehnt hat der Kreisschulrat den Antrag zur Einsetzung einer Kommission, die sich mit Satzungsänderungen befassen soll. Sie sei im Moment nicht nötig, befand die knappe Mehrheit. Unter anderem, weil der Wunsch erstmals aufgekommen war, als der Kreisschulrat mehr Mitspracherechte wollte, was er dank der soeben beschlossenen Satzungsänderung nun erhalten hat.

Und auch, weil die beschlossene Abschaffung der Kreisschulpflegen im Kanton Aargau auf die Kreisschule Aarau-Buchs keinen unmittelbaren Einfluss haben. Denn: Es handelt sich um einen Gemeindeverband, im Prinzip ist die Kreisschulpflege nichts anderes als der Verbandsvorstand.

Ganz kurz nur äusserte sich Kreisschulpflegerin Franziska Zimmerli zum Fall der Einführungsklassen. Die Gemeindeabteilung des Kantons hatte kürzlich beschieden, dass die Kreisschulpflege mit der Abschaffung dieser Klassen aufs laufende Schuljahr hin seine Kompetenzen überschritten hatte. Die Schulpflege werde den Entscheid an einer seiner nächsten Sitzungen besprechen, so Zimmerli.

Entsprechend kommunizierte sie nicht, ob die Schulpflege das Verdikt annimmt oder anficht. Kreisschulrätin Nicole Burger (SVP, Aarau), die mit ihrer Aufsichtsanzeige in Sachen Einschulungsklassen an den Kanton gelangt war, forderte hingegen, diese seien möglichst rasch wieder einzuführen. Sinngemäss sagte sie, es gehe nicht an, dass die Schulpflege die Sache hinauszögere, sodass es zu spät würde für eine Wiedereinführung aufs nächste Schuljahr hin.

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