Aarau

Kostet «Musig i de Altstadt» nächstes Jahr Eintritt?

Das Stadthöfli ist ein besonders schöner Auftrittsort – hier wäre eine Eintrittskontrolle wohl möglich. (Archiv)

Das Stadthöfli ist ein besonders schöner Auftrittsort – hier wäre eine Eintrittskontrolle wohl möglich. (Archiv)

Das Aarauer «Musig i de Altstadt»-Festival hat sich etabliert, bleibt aber knapp bei Kasse. Eine Lösung muss her. Die Festival-Macher prüfen Massnahmen – auch ein Eintrittspreis, der bisher freiwillig war, steht zur Debatte.

Pegasus, Blusbueb, Frölein Da Capo, Steff la Cheffe: Die Liste der Künstler, die in den vergangenen zehn Jahren bei «Musig i de Altstadt» spielten, ist so lang wie hochkarätig. Die Jubiläumsausgabe des Festivals vom kommenden Wochenende steht dem in nichts nach. Über zwei Dutzend Formationen spielen in den Bars und Restaurants der Altstadt sowie in der Markthalle. Mit dabei sind Marc Sway, Marvin, Gustav und Bonnie & the groove Cats. «Ein kunterbuntes Programm für alle Geschmäcker», verspricht OK-Präsidentin Rosi Luongo. «Von Ländler, Punkrock, Blues, Pop, Chansons bis hin zum Stummfilm mit klassischer Musik in der Stadtkirche ist für jeden etwas dabei.»

Festival drohte mehrmals das Aus

Mit diesem Mix dürfte «Musig i de Altstadt» erneut viel Volk nach Aarau locken. Das Festival hat sich über die Jahre etabliert, professionalisiert und bleibt doch überschaubar. Trotz Jubiläum ist den Festival-Machern aber nicht nur zum Feiern zumute: Jahr für Jahr kämpfen sie mit den Finanzen. «Musig i de Altstadt» stand deswegen mehrfach auf der Kippe. «Wir haben zwar treue Sponsoren, Gönner und Passivmitglieder, die uns seit Beginn unterstützen», sagt Rosi Luongo. «Grosse Sponsoren zu gewinnen, ist jedoch schwierig, da wir wenig Gegenleistungen anbieten können.» Auch würden vielerorts Sponsorenbeiträge gekürzt.

Zudem muss das Festival seit 2012 ohne Unterstützung des Aargauer Kuratoriums über die Runden kommen. Dass der jährliche Zustupf von 5000 Franken gestrichen wurde, liegt an den Richtlinien: Das Aargauer Kuratorium unterstützt nur Veranstaltungen, an denen Eintritt verlangt wird. Zudem müssen Minderheiten gefördert werden. Dass das Festival «Musig i de Altstadt» auch Newcomern und regionalen Musikern eine Bühne bietet, reicht nicht. So blieb in den vergangenen Jahren nach dem Festival unter dem Strich kaum etwas übrig. «Wir müssen jedes Mal wieder bei null anfangen», so Rosi Luongo.

Mässiger Erfolg mit Button

Das Organisationsteam hat wegen dieser Probleme vergangenes Jahr versuchsweise Buttons für 5 Franken verkauft. Auch dieses Jahr ist der freiwillige Eintritt in einzelnen Bars, Restaurants sowie bei aarau info erhältlich – trotz mässigem Erfolg im letzten Jahr.

Die Festival-Macher prüfen zudem weitere Massnahmen – eine Option ist die Einführung von Eintrittspreisen. «Wenn wir das Festival langfristig absichern wollen, kommen wir wohl nicht um einen Eintritt herum», sagt Rosi Luongo. Dies sei allerdings organisatorisch schwierig, da die Auftrittsorte in der ganzen Altstadt verteilt seien. «Das OK wird dies in den nächsten Jahren diskutieren müssen.»

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