Aarau

Kostet der Stadion-Betrieb zusätzliche Steuergelder? Stadtrat sagt Nein und legt Zahlen offen

Die Gegner haben jetzt auch noch plakatiert: Das Sujet des Verein Torfeld Süd stellt den Stadion-Hochhaus-Komplex aus südöstlicher Richtung dar.

Die Gegner haben jetzt auch noch plakatiert: Das Sujet des Verein Torfeld Süd stellt den Stadion-Hochhaus-Komplex aus südöstlicher Richtung dar.

Im Einwohnerrat und an einer Infoveranstaltung kam die Frage nach den Steuergeldern mehrfach auf. Nun legt die Stadt die Zahlen offen.

Die Abstimmungscouverts sind eingetroffen, Befürworter wie Gegner des Stadionprojekts im Torfeld Süd lancieren die letzten Kampagnen-Massnahmen. Der Verein Torfeld Süd etwa hat seine Nein-Plakate aufgehängt und Flyer verteilt, auf seiner Website publiziert er, ähnlich einem Adventskalender, jeden Tag eines seiner Argumente gegen die Hochhäuser.

Der FC Aarau hingegen stellte gestern einen «Offenen Brief» ins Netz und bat um ein Ja. Der Stadtrat verschickte eine Medienmitteilung, um eine Frage zu beantworten, die sowohl im Einwohnerrat als auch an der Infoveranstaltung vom vergangenen Samstag mehrfach aufgekommen ist: Kostet der Stadion-Betrieb Steuergelder?

Überraschend publizierte der Stadtrat gestern erstmals das Planbudget der Stadion Aarau Betriebs AG. Also jener noch zu gründenden Aktiengesellschaft, die quasi für das «Daily Business» des Stadions zuständig ist. Wem diese AG konkret gehören wird, ist noch offen. Neben der Stadt können das beispielsweise auch grosse Sponsoren sein. Das Budget ist auf www.aarau.ch zu finden.

«Keine zusätzlichen Mittel für den Betrieb»

«Der Stadtrat hält fest, dass weder Nachtragskredite noch Defizitgarantien zu Lasten der Stadt Aarau zu erwarten sind», heisst es in der Mitteilung. Wie bisher im Brügglifeld werde es eine Eigentümerin des neuen Stadions geben, die Stadion Aarau AG (Präsident: Rudolf Zinniker). Die Nutzerin des Stadions ist die FC Aarau AG. Die Stadion Aarau Betriebs AG bezeichnet der Stadtrat «als zusätzliches Bindeglied zwischen Eigentümerin und Nutzerin.»

Erträge und Aufwände im Budget der Stadion Aargau Betriebs AG

Erträge und Aufwände im Budget der Stadion Aargau Betriebs AG

Weiter schreibt der Stadtrat: «Die Stadion Aarau AG hat am 22. Oktober im Hinblick auf die Gründung der Betriebsgesellschaft die Budgets bereinigt und bestätigt ihre bisherigen Aussagen: Die Stadt wird neben dem Kreditbeschluss von 17 Mio. Franken keine zusätzlichen Mittel für den Betrieb des Stadions aufbringen müssen. Da es sich um einen Kaufvertrag für eine von Dritten (HRS) erstellte Anlage handelt, wird es keine Nachtragskredite geben.»

Das voraussichtliche Budget der Betriebs-AG sei konservativ gerechnet und basiere auf vergleichbaren Zahlen von Challenge- und Superleague-Clubs, so der Stadtrat weiter. «Berechnungen zeigen, dass die Betriebsgesellschaft auch im schlechtesten Fall einen Überschuss erzielen kann. Für den Betrieb braucht es, wie bisher im Brügglifeld, keine Defizitgarantien der Stadt.»

Die aktuelle Ligazugehörigkeit beeinflusst das Budget

Das Budget der Betriebs-AG  weist einen Umsatz von 2.4 Mio. Franken aus. Es ist mit Worst- und Best-Case-Szenarien gerechnet. Die Finanzen werden unter anderem von der Performance des FC Aarau beeinflusst: Je nachdem, ob er in der Challenge League oder in der Super League spielt, ist die Ausgangslage etwas anders.

Der FC Aarau soll jährlich 600 000 Franken an die Betriebs-AG zahlen. Durch Verpachtung des Cateringbereichs und der Kioske, Werbung, Sponsoring und insbesondere dem Stadion-Naming sollen weitere hohe Beiträge in die Kasse der Betriebs-AG fliessen.

Die Betriebsgesellschaft zahlt jährlich 650 000 Franken Pachtzins an die Stadion AG. Diese nimmt laut ihrem Budget, das der Stadtrat ebenfalls veröffentlicht hat, zudem voraussichtlich 60 000 Franken pro Jahr durch die Vermietung von 100 Parkplätzen ein.

Sie legt jährlich 600 000 Franken für Unterhalt und Reparatur des Stadions auf die Seite. Der Versicherungsaufwand beträgt 60 000 Franken, der Verwaltungsaufwand ist mit 40 000 Franken budgetiert. Vor Steuern bliebe ein Überschuss von 10 000 Franken.

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