Auenstein
Kosten doppelt so hoch, aber Gmeind will Holzschnitzel-Heizung im Schulhaus

Die Gemeindeversammlung entscheidet sich mit einer Konsultativabstimmung für eine Schulhaus-Heizung mit Holzschnitzeln und wählt damit die teurere Variante.

Hubert Keller
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Die Auensteiner setzen auf die Energie, die der Ortsbürgerwald liefert.

Die Auensteiner setzen auf die Energie, die der Ortsbürgerwald liefert.

Walter Schwager

Das neue Schulhaus, auf gegen 6 Mio. Franken geschätzt, war den Auensteiner zu teuer, bei der Heizung aber lassen sie sich nicht lumpen. An einer Konsultativabstimmung entscheiden sie sich für die doppelt so teure Holzschnitzelheizung.

Deren ökologische Vorteile scheinen die Stimmberechtigten überzeugt zu haben. Der Gemeinderat hätte die günstigere Wärmepumpenanlage mit Erdsonden bevorzugt – aus Kostengründen. Die Investitionskosten für die Wärmepunpe wurden auf 535 000 Franken errechnet, die Holzschnitzelheizung wird über 1 Million kosten.

Die Planung des neuen Schulhauses war vor einem Jahr recht fortgeschritten, als die Behörden auf den Boden der Realität zurückgeholt wurden. Die auf der Basis des Vorprojekts geschätzten Kosten von gegen 6 Mio. Franken waren unmöglich zu stemmen, sie mussten unter 5 Millionen gedrückt werden.

Mehr Planungssicherheit

Der Gemeinderat verlangte deshalb Ende Februar 2013 einen Zusatzkredit von 250 000 Franken, um die Nachbesserungen am Projekt vornehmen zu können. Der Gemeinderat strebte höhere Planungssicherheit an. Doch die Versammlung lehnte ab. Erst am 25. August 2013 wurde der Versammlungsbeschluss in einer Referendumsabstimmung aufgehoben und der Zusatzkredit bewilligt.

An besagter Gemeindeversammlung vor einem Jahr hätte auch über das Heizsystem für die neue und die bestehende Schulanlage entschieden werden sollen. Doch nach dem Negativentscheid in Sachen Schulhaus verzichtete der Gemeinderat auf die vorgesehene Konsultativabstimmung und zog das Traktandum zurück. Diese Abstimmung ist nun nachgeholt worden.

Klarer Entscheid

116 Stimmberechtigte nahmen an der Versammlung am Mittwoch teil. Das sind immerhin rund 10 Prozent der Stimmberechtigten. Sie liessen keine Zweifel offen: Mit 77 Stimmen entschieden sie sich für die Holzschnitzelheizung, 29 hätten sich mit der Wärmepumpe mit Erdsonden anfreunden können.

Die neue Schulanlage wird somit auf der Basis einer Holzschnitzelheizung weiter geplant. Doch der Entscheid ist nur für den Gemeinderat bindend, nicht aber für die Gemeindeversammlung, die voraussichtlich am 14. November 2014 über Projekt und Baukredit befinden kann.

An der Versammlung stellte Reto Porta die beiden Heizsysteme einander gegenüber. Der einheimische Brennstoff, von der Ortsbürgergemeinde in ausreichender Menge geliefert, ist CO2-neutral. Die Wertschöpfung findet zudem in der Region statt. Es gibt, abgesehen von den hohen Investitionskosten, aber noch weitere Nachteile: Auch die Betriebskosten sind nämlich höher. Zudem ist der Wartungsaufwand grösser und es fällt Asche an, die entsorgt werden muss.