Buchs
Kostbarer Müll: KVA Buchs produziert bald mehr Strom dank neuer Ofenlinie

Der Kehrichtverband Aarau-Lenzburg investiert 118 Mio. Franken in eine neue Ofenlinie. Dank der neuen Ofenlinie können 2000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Sie produziert 20 Megawattstunden mehr Strom als ihr Vorgänger.

Tim Honegger
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Alle wollen ein Bild des neuen Ofens knipsen
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Der neue Ofen der KVA Buchs
Heute ein kleiner Holzhaufen, morgen ein massiver Abfallberg
Mit einer Feier à la Oktoberfest wurde das erste Feuer im neuen Ofen entfacht
Über hundert Mitarbeiter feierten mit - die Arbeiten dauerten schon fast drei Jahre
Hans Suter, Geschäftsleiter der KVA Buchs, hat sich dem Motto entsprechend in Schale geworfen
Ein glückliches Quartett - die Chefs der KVA (links) und der Firma Martin freuen sich über den Testlauf
Projektleiter Axel Hanenkamp präsentiert den Richtspruch zum neuen Ofen
Martin-Besitzer Johannes Martin, KVA-Präsident Guido Fischer und Geschäftsleiter Hans Suter entfachen das Feuer
Die Münchner Musikanten führten den Zug in die Verbrennungsanlage an

Alle wollen ein Bild des neuen Ofens knipsen

AZ

Ob man es glaubt oder nicht: Unser Abfall wird immer wertvoller. Das verdanken wir neuerdings auch dem Kehrichtverband Aarau-Lenzburg: Er investiert 118 Millionen Franken in eine neue Ofenlinie, die energetisch besonders effizient ist.

Konkret: Jedes Jahr produziert sie 20 Megawattstunden mehr Strom als ihr Vorgänger - notabene bei gleicher Abfallmenge. Alleine mit diesem Zuschuss können 2000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden.

Zu früh gefreut

«Der alte Ofen hat nach fast 30 Jahren ausgedient - wir waren dazu gezwungen, eine neuen zu installieren», sagt Hans Suter, Geschäftsleiter der Kehrichtverbrennungsanlage Buchs.

Seit 2011 arbeitete die Firma Martin aus München an der neuen Ofenlinie.

Am Donnerstag hatte der Projektleiter Axel Hanenkamp die Ehre, diese mit seinem Richtspruch einzuweihen. Sein in Eile verfasstes Gedicht endigte auf den Vers: «Auf dass dieses Feuer niemals erlöschen mag.»

Damit war er etwas voreilig: Denn das Feuer gestern war nur ein Testlauf; tatsächlich wird der Ofen erst im Januar eingeheizt. Offiziell eingeweiht wird er sogar erst im Juni 2014.

Kehricht aus Deutschland

Der neue Ofen mag zwar mehr Strom produzieren - mehr Abfall schluckt er aber nicht. Aktuell vermag die KVA Buchs jährlich 120 000 Tonnen Müll zu verbraten.

«Wir erhalten Abfall von 116 Gemeinden und für diesen haben wir noch reichlich Platz», sagt Suter.

Tatsächlich importiert die KVA sogar Müll aus Waldshut. So kann das Feuer in Buchs munter weiterbrennen, und die Deutschen sind ihren Abfall los - eine Win-win-Situation wie aus dem Bilderbuch.

«Beitrag an saubere Energie»

Gemeinsam mit KVA-Präsident Guido Fischer und Baufirma-Besitzer Johannes Martin zündete er den ersten Funken im neuen Ofen.

Bald wird dort so viel Abfall verfeuert, dass die KVA jährlich 66 Mio. Kilowattstunden Strom ins Umland schicken kann.

Darüber hinaus produziert sie Fernwärme im gleichen Umfang. Dank ihr müssen die Migros-Arbeiter im Wynenfeld und die Ärzte im Kantonsspital Aarau nicht frieren.

«Zudem tragen wir mit dem neuen Ofen dazu bei, dass mehr saubere Energie entsteht», so Suter.

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