Von Oktober 2002 bis März 2007 war Heinz S. Leiter der Stadtentwicklung sowie Marketingchef (zuvor Stadtarchitekt und Leiter Stadtentwicklung Zug). In seine Aarauer Zeit fielen Grossprojekte wie die Neugestaltung des Aareufers, die verkehrsfreie Altstadt, die Entwicklung im Torfeld Süd.

Ab September 2010 arbeitete Heinz S. als Leiter des Stadtbauamtes in Graz (Steiermark, Österreich). Nach nur zwei Jahren, am 1. August 2012, wurde er entlassen. Fristlos. Wegen mehrfachen Dienstpflichtverletzungen und «absoluter Vertrauensunwürdigkeit», wie die Stadt damals mitteilte.

Heinz S. kostete Graz viel Geld

«Es war für uns sehr erschütternd, feststellen zu müssen, einen zur Korruption neigenden Stadtplanungschef eingestellt zu haben», sagte Magistratsdirektor Martin Haidvogl, Chef der Grazer Stadtverwaltung.

Das war im Jahr 2014, als das Grazer Landesgericht für Zivilrechtssachen die fristlose Entlassung rechtskräftig als gerechtfertigt bestätigte. Anfang 2015 klagte die Staatsanwaltschaft Heinz S. wegen Bestechlichkeit, Amtsmissbrauch und Untreue an.

Unter anderem soll er kostenlos in der Unterkunft eines Architekturwettbewerb-Teilnehmers gewohnt haben. Er habe interne Vorschriften missachtet, was die Stadt mehrere zehntausend Euro gekostet habe.

Flucht nach Südamerika?

Als Heinz S. ein Bankdarlehen über 65'000 Euro brauchte, habe er einen Bauherren dazu überredet, als Bürge aufzutreten, und im Gegenzug sein Grossbauprojekt gefördert. Ein negatives Gutachten zu einem Bauprojekt soll er – gegen Gefälligkeiten – in ein positives umgewandelt haben.

Zu einem Strafgerichtsverfahren kam es jedoch nicht. Heinz S. ist abgehauen und abgetaucht. Nach Südamerika, vermutet man, denn in Chile hatte er früher doziert.

Die Grazer Behörden haben nach Auffliegen der Sache ihre Salzburger Kollegen informiert, wo Heinz S. im Gestaltungsbeirat sass. Die früheren Schweizer Arbeitgeber von Heinz S. jedoch nicht.