Das KiFF hat Geburtstag: Seit 25 Jahren ist die Futterfabrik an der Tellistrasse ein Kulturzentrum und lockt Jahr für Jahr, Monat für Monat grosse Musiker nach Aarau. Allein zwischen 2006 und 2015 sind 2200 Bands aufgetreten und 2100 andere Veranstaltungen durchgeführt worden, wie eine Zusammenfassung auf dem Programm verrät.

Und auch die lokale Kunstszene wird gefördert: 1000 Schweizer Bands sind in diesem Zeitraum aufgetreten. Aargauer Nachwuchsbands wie Ricky Harsh, die auch am Samstag am Jubiläumsfest zu Gast waren, bezeichnen einen Auftritt im KiFF zu Recht als lang ersehntes Ziel: Wer hier auf der Bühne steht, ist mehr als eine picklige Schülerband – und noch nicht gleich Adele.

Line-up für jeden Geschmack

Das zeigt auch das Line-up des Jubiläumsfests. «KiFF Fest ganz fest» ist ein Motto für die Festivitäten, zu sehen sind diverse Bands und grössere Acts wie Prinz Pi aus Deutschland und der Schweizer Rapper Manillio. Ausser zwei Konzerten kann alles gratis besichtigt, erschnuppert und erlebt werden.

Am Freitagabend klingen die Konzerte, die unter freiem Himmel stattfinden, denn auch schon kurz nach Feierabend durch die Strassen. Jugendliche pilgern von allen Seiten in die Futterfabrik, es ist ein warmer Sommerabend. Es sind unter anderen die Bands Irie Révoltés und Palkomuski sowie der Beat-Produzent Flexfab zu sehen, die Konzerte sind auf den Saal, das Foyer und die Aussenbühne aufgeteilt.

Auch die Kunst kommt nicht zu kurz: Im Kulturraum wird eine Ausstellung von Videos zum Thema «Meinten Sie: Futter?» gezeigt.

Konzerte schon ab 14 Uhr

Der Auftakt am Freitag war laut Nadia Zanchi vom KiFF ein voller Erfolg: «Wir wurden vollkommen überrannt von den vielen Leuten», sagt sie und strahlt. Der Samstag beginnt gemäss Programm bereits am Mittag. Doch um 13.00 Uhr merkt man noch nichts vom grossen Partygeist. Man fühlt sich wie am ersten Morgen an einem Festival: Man hat es etwas übertrieben und braucht jetzt erst mal einen Kaffee.

Und den gibt es auch: Für die Verpflegung sind mehrere Stände auf dem Areal aufgebaut. «Etwas Spezielles am Konzept für dieses Fest war, dass wir ein eigenes Kinderprogramm anbieten», sagt Nadia Zanchi, die sich bewusst ist, dass das fürs KiFF ungewöhnlich ist. Sowohl die Fans der ersten Stunde wie auch Jugendliche aus der Schweiz kennen und lieben das KiFF bereits. Worauf es jetzt ankommt, ist die nächste Generation an Besuchern. Deshalb hat es einen Glace-Stand, es finden Figurentheater und Zaubereishows statt, und das schönste Stück auf dem Partygelände ist ein altes Karussell, das noch von Hand angestossen wird. Das erste Konzert des Tages bestreitet die Wild-West-Band Hilfssheriff Tom.

Die Nacht gehört dann wieder den Erwachsenen: Die ersten sind Šuma Čovjek mit fetzigem Balkan-Sound, der Abend wird noch viele andere wie Benji Bonus & Band oder The Animen, beide aus der Schweiz, bringen. Wie auch schon am Freitag geht es nach dem letzten Konzert noch lange nicht nach Hause. Hansueli Trüb, der Leiter des Fabrikpalasts, erzählt vergnügt davon, wie die erste Nacht für ihn endete: Bis um halb drei morgens haben Leute auf der Bühne des kleinen Theaters getanzt, zur iPhone-Musik, die irgendjemand laufen liess.

Es ist dieses Familiäre, die Freude am Veranstalten und der Wille, etwas Gutes gemeinsam auf die Bühne zu stellen, was das KiFF ausmacht – und was sie am Jubiläumsfest einmal mehr zeigten.