Aarau

Kommt das KiFF ins Hochregallager?

Die Mundaristen Knacknuss

Die Mundaristen Knacknuss

Das KiFF sucht ein neues Heim. Bis 2015 braucht das Musiklokal ein neues Domizil, die Suche hat begonnen.

2015 läuft der Mietvertrag mit der Kunath GmbH in der ehemaligen Futterfabrik mit Option auf Verlängerung aus. Dann braucht der Aargauer «Leuchtturm» KiFF ein neues Domizil. Die Zukunft dieser Institution, die im Pop- und Rockbereich national wahrgenommen wird, langfristig zu sichern, ist Aufgabe eines bereits 2009 von der Stadt eingesetzten Beirats.

In diesem ist nebst Stadt und KiFF-Vorstand auch der Kanton, Abteilung Kultur, vertreten. Auftrag dieser Projektgruppe ist es, die kurzfristige Sicherstellung der Infrastruktur des Betriebs am heutigen Standort und Optionen eines künftigen Standorts aufzuzeigen. Lokalitäten, welche die Anforderungen erfüllen, sind rar. Das KiFF soll nach Möglichkeit in der Stadt bleiben. Dies ist im Sinne der Stadt und auch der Wunsch von KiFF-Präsidentin Gisela Roth.

Zeughaus ist eine Option

Ein Standort, der seit längerem im Gespräch ist, ist die Rickenbachsche Fabrik beim ehemaligen Zeughaus, ein idealer Standort, vom Bahnhof in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar. Zudem liegen die Fabrikanlagen ausserhalb eines Wohngebietes. Für ein Kulturhaus mit Schwerpunkt Populärmusik ein wichtiges Kriterium.

Auf Anregung von Verleger Peter Wanner hat sich der Beirat auch im Mediencenter der AZ Medien an der Neumattstrasse in der Telli, unweit vom heutigen KiFF, umgesehen. Dem Beirat, dem Vizeammann Carlo Mettauer vorsteht, zeigt offenbar Interesse für das ehemalige Hochregallager.

In den Gebäudekomplex, das frühere Druckzentrum des Aargauer Tagblattes, ist seit der Gründung der Aargauer Zeitung vor 15 Jahren stark investiert worden. Die Zeitungsdruckerei und der Vertrieb wurden den gewachsenen Bedürfnissen angepasst, im Jahre 2010 wurde ein modernes Mediencenter für die Produktion und die Redaktionen der AZ Medien eingerichtet.

Früher Papierlager

Für das Hochregallager, das früher der Akzidenzdruckerei als Papierlager diente und zwischenzeitlich vermietet war, fand sich bis jetzt keine geeignete Nutzung. Heute sind darin Bücher des AT-Buchverlags und Ersatzteile gelagert, das heisst, es steht praktisch leer.

Um ein KiFF aufnehmen zu können, wären bauliche Veränderungen nötig. So oder so braucht es weitere Abklärungen. Die Evaluation eines neuen KiFF-Standorts ist längst nicht abgeschlossen. Und für Verleger Wanner ist klar, dass der Zeitungsbetrieb, insbesondere die Auslieferung der Zeitungen in der Nacht, nicht beeinträchtigt werden darf.

35000 Besucher pro Jahr

Der Standort in der Telli erfüllt zwar nicht Roths Wunsch der Bahnhofsnähe, allerdings würden rund 200 Parkplätze zur Verfügung stehen, die von den az-Mitarbeitenden vor allem tagsüber genutzt werden.

Das KiFF feiert dieses Jahr sein 20-Jahr-Jubiläum. Mit jährlich über 35000 Besucherinnen und Besuchern ist es das meistbesuchte Kulturhaus im Aargau, es übertrifft sogar das renommierte Kunsthaus Aarau.

Der grosse Saal des heutigen KiFF fasst rund 500 Konzertbesucher. Der kleinere Saal, der parallel betrieben werden kann, ist mehr für Singer-Songwriter oder für Tanzveranstaltungen geeignet. Gisela Roth stellt sich vor, dass das künftige KiFF im grossen Veranstaltungsraum 800 bis 1000 Besucher Platz bieten müsste.

Nicht alle Wünsche erfüllbar

Gisela Roth freut es, dass die Zukunft des KiFF auch Privatpersonen wie Peter Wanner ein Anliegen ist. Der KiFF-Vorstand hat einen Anforderungskatalog erstellt und ist sich bewusst, dass der neue Standort nicht alle Wünsche wird erfüllen können.

Das KiFF macht einen Jahresumsatz von rund 2 Mio. Franken. Drei Viertel muss das KiFF aus dem Musikbetrieb selber finanzieren, obwohl Stadt und Kanton Unterstützung gewähren.

240000 Franken pro Jahr

Von der Stadt erhält das KiFF jährlich 240000 Franken, für Infrastrukturaufgaben sind zweimal je 55000 Franken aus der Kasse der Stadt geflossen. Vom Kanton bekommt das KiFF neuerdings 430000 Franken.

KiFF-Präsidentin Gisela Roth: «Da das KiFF am jetzigen Standort sämtliche Infrastruktur- und Reparaturkosten selber tragen muss, hoffen wir, am künftigen Standort unter günstigeren Bedingungen Kultur anbieten zu können.»

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