Neujahrsansprache

Kommen und Gehen in Suhr: Etwa jeden zehnten Einwohner ausgewechselt

Marco Genoni, Gemeindepräsident von Suhr.

Marco Genoni, Gemeindepräsident von Suhr.

Die Umwälzung innerhalb der Suhrer Bevölkerung erstaunt: In der Gemeinde mit 10500 Einwohnern seien während eines Jahres 1200 Personen zu- und 800 Personen weggezogen. Diese Zahlen präsentierte Gemeindepräsident Marco Genoni in seiner Ansprache zum neuen Jahr.

Bei den vielen neuen Gesichtern im Dorf müsste er «eigentlich jedes Jahr den Gemeinderat umfassender vorstellen», sagte er. Doch vielleicht stehen ja noch grössere Veränderungen bevor: «Dieses Jahr wird geprägt sein vom Zukunftsraum Aarau.» Am 20.6.2020 – «ein Datum, das man sich gut merken kann» – fällt die Gemeinde einen Grundsatzentscheid. Geht Suhr weiter in Richtung Grossfusion oder entscheidet es sich doch für einen eigenständigen Weg.

Das Abwägen der beiden Optionen sei nicht einfach, sagte Marco Genoni und sprach von zwei Möglichkeiten, die für Suhr durchaus valabel wären. Als Beispiel verglich er das demokratische Mitspracherecht der Bevölkerung über einen Einwohnerrat in der möglichen neuen Hauptstadt mit den heutigen Suhrer Gemeindeversammlungen.

In den letzten Jahren nahmen zwischen 150 und 500 Personen daran Teil, was 3 bis 9 Prozent der Stimmberechtigten entspreche. Im Einwohnerrat eines neuen Gross-Aarau würden die Suhrer 14 von 50 Sitze bestimmen, bei einer Wahlbeteiligung von üblicherweise rund 40 Prozent. «Sie sehen, es ist nicht schwarz oder weiss», sagte er. Je nachdem, wie man es beurteile, überwögen die Vor- oder Nachteile.

Kommt die Fusion zu Stande, wäre Aarau neu die zwölftgrösste Stadt der Schweiz. «Auf der anderen Seite haben wir die Option, Suhr eigenständig weiterzuentwickeln.» Und Suhr sei zufällig auch die zwölftgrösste Gemeinde im Aargau, bemerkte Marco Genoni am Rande. Er hoffe auf eine grosse Beteiligung der Bevölkerung an der Informationsveranstaltung am 21. Januar im Zentrum Bärenmatte, an der die Ergebnisse der Fusionsabklärungen präsentiert werden. «Das Projekt begleitet uns schon seit Jahren. Jetzt können wir sagen, dass es Fleisch am Knochen hat.» Auf eine grosse Teilnahme hofft die Gemeinde auch an der alles entscheidenden Gmeind im Juni, die erstmals als Landsgemeinde auf der Wiese beim Schulhaus Dorf durchgeführt wird.

An der Tramstrasse werden wieder Bäume gepflanzt

Einen gewichtigen Teil seiner Rede widmete Genoni dem Klimawandel und dem, was die Gemeinde dagegen tun könne. Um den Ausstoss von Treibhaus-Gasen zu vermindern, werden heute keine Gemeindeliegenschaften mehr mit Öl geheizt, sagte er. Zudem habe Suhr in den letzten Jahren viel ins Fernwärmenetz investiert, «um diese nachhaltige Wärmeerzeugung ins Dorf zu bringen». Dazu werde seit zehn Jahren auf jedem Gebäude, dass die Gemeinde bauen oder erneuern lässt, eine Fotovoltaikanlage angebracht.

Um auf die zunehmend heissen und trockenen Sommer reagieren zu können, wolle die Gemeinde auf weniger Beton oder Asphalt und auf mehr Grün setzen. Anstelle der Bäume beim Gemeindehaus, die beim Umbau der Tramstrasse weichen mussten, werde bald vom Museum bis zur Suhre eine ganze Baumreihe neu gepflanzt. «So wird auch das Zentrum wieder schöner aussehen.» Zuständig dafür sei der Kanton. (dvi)

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