MittellandArena

Kommen die Einsprachen bis vor das Bundesgericht?

Die Mittellandarena für den FC Aarau und andere Sportvereine.

Unsichere Zukunft

Die Mittellandarena für den FC Aarau und andere Sportvereine.

Zahlreiche Einsprachen verzögern den Baubeginn des neuen Aarauer Stadions auf unbestimmte Zeit. Keine Konsequenzen für die MittellandArena hat die Krise um die St. Galler AFG Arena.

Obwohl der FC Aarau damit rechnen muss, in die erste Liga abzusteigen, sehen die Verantwortlichen der Stadt bei der Finanzierung des Stadions keine Probleme. Da die Investitionen langfristig ausgelegt seien, gäbe es keinen Grund, die aktuelle sportliche Situation beim FC Aarau als Anlass für Planänderungen zu nehmen.

Auch die Finanzkrise beim FC St. Gallen ist genau angeschaut worden. Wir erinnern uns: In einem komplizierten Konstrukt aus drei verschiedenen Aktiengesellschaften versickerten Millionen, von denen niemand genau weiss, wo sie geblieben sind. Eine private Trägerschaft musste den Verein retten. Ebenso mitverantwortlich war der Abstieg des Ostschweizer Traditionsvereins in die Challenge League.

Wie die Stadt Aarau in einer Pressemitteilung schreibt, ist sie nach «genauer Analyse» der Vorgänge in St. Gallen zum Schluss gekommen, beim laufenden Aufbau der Finanzierung der MittellandArena keine Änderungen vornehmen zu müssen.

Unabhängig von der sportlichen Entwicklung beim FC Aarau soll das Stadion weiter vorangetrieben werden. Im Juni dieses Jahres stimmten die Aarauer mit fast 70 Prozent der Stimmen für das Stadionprojekt.

Noch zehn Einsprachen stehen dem Bau im Weg

Ursprünglich hatte das Stadion mit rund 30 Einsprachen zu kämpfen. Übrig sind nun noch neun Beschwerden. Dazu kommt eine weitere, die gegen eine Änderung im Gestaltungsplan rekurriert. Die Anpassung diente dazu, mehrere andere Einsprecher gütlich zu stimmen.

Dabei geht es um eine Massnahme, die zwischen der Florastrasse und dem Buchser Wohnquartier Durchgangsverkehr verhindern soll. Das Problem: Solange Beschwerden im Raum stehen, drohen dem Stadion kostspielige Verzögerungen.

Wie lange es dauern wird, die Konflikte zu beseitigen, weiss niemand. Theoretisch könnten die Anliegen bis ans Bundesgericht gezogen werden. Das würde Jahre kosten. Damit es nicht so weit kommt, bleiben die Behörden nach eigenen Angaben in einem ständigen Dialog mit den Einsprechern und versuchen, so bald wie möglich einvernehmliche Lösungen zu finden.

Entscheid zu polysportiver Nutzung im Frühling 2011

In den vergangenen Wochen reichten zahlreiche Sportvereine Anträge ein, um im neuen Stadion einziehen zu können (az berichtete). Derzeit lässt der Stadtrat vier verschiedene Varianten prüfen, die von einer Ausrichtung auf nur wenige Vereine bis zum polysportiven Sportpalast reichen.

Am Schluss werden Kosten und Nutzen entscheiden, wobei die Kosten auf jeden Fall auf die vom Volk bewilligten Mietkosten in Höhe von 450 000 Franken begrenzt sind. Favorisiert werden dürfte voraussichtlich ein Mittelweg. Der Entscheid dazu wird im nächsten Frühling gefällt. (mik)

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