Kölliken
Kölliken will sein Zentrum ausbauen

Dieses Projekt liegt dem Gemeinderat am Herzen. So sehr, dass er die Presse zu einer Vorinformation einlud: Das Dorfplatzareal soll verkauft und ein Stockwerkeigentum erworben werden.

Sabine Kuster
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Aargauer Zeitung

Dieses Projekt liegt dem Gemeinderat am Herzen. So sehr, dass er die Presse zu einer Vorinformation einlud. «Wir haben auch andere Pendenzen, aber dieses Projekt ist das absolut wichtigste, das bringt uns weiter», sagte Gemeinderat Martin Bossard. Der Gemeinderat will einerseits das Dorfplatzareal für rund 4,12 Millionen Franken verkaufen und andererseits dort für 4,26 Millionen Stockwerkeigentum erwerben.

Als Grünem tut Bossard der Verlust der Grünfläche zwar weh, aber Kölliken habe viel Natur, er stehe voll hinter dem Vorhaben. Gemeindeammann Roland Brauen betonte: «Es ist uns wichtig, dass der Gemeinderatssaal an der Informationsveranstaltung am nächsten Mittwoch voll ist. Es geht um Köllikens Zukunft.»

Zuerst Fabrikareal, dann Festplatz

1997 und 1999 hat die Gemeinde in zwei Etappen das Industriegelände der ehemaligen Stoffband-Fabrik FAMA erworben. Zuvor waren dort von einer geplanten Wohn- und Büroüberbauung nur zwei Häuser realisiert worden, der Bauunternehmer ging Konkurs. Die beiden Häuser stehen im Norden des Geländes. Im Jahr 2000 fand auf der Wiese ein grosses Dorffest statt, das die Einwohner auf Köllikens neues Zentrum einstimmen sollte. 2003 erhielt der Platz seine heutige Gestaltung.

2009 machte der Immobilienentwickler Bernmatte AG aus Baar der Gemeinde einen Vorschlag für eine Überbauung mit einem Dorfladen. Der Gemeinderat wollte jedoch mehr als einen Laden im neuen Zentrum und so entwickelte die Firma in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe das Projekt, wie es heute vorliegt: In ein Dienstleistungsgebäude (blau auf dem Plan) soll die Raiffeisenbank mit Schaltern einziehen. An den heutigen Standort an der Hauptstrasse würden die Büros von Aarau verlegt.

Die Apotheke zur Alten Post an der Hauptstrasse würde ebenfalls dort einziehen, da die jetzigen Räumlichkeiten knapp sind, – und die Gemeindeverwaltung. Das geplante Stockwerkeigentum für die Gemeinde umfasst 1000 Quadratmeter Dienstleistungsfläche, 150 Quadratmeter Aktivfläche sowie je 3 Parkplätze im Freien und in der Tiefgarage. Mit dem Innenausbau würde dies 4,255 Millionen Franken kosten. Im Gemeindehaus sind die Räume seit längerem knapp, doch Anbauten wurden zweimal abgelehnt.

Villa Klara frei zur Vermietung

Ins jetzige Gemeindehaus würde der Regionale Sozialdienst ziehen, der sich heute in der Villa Clara befindet, sowie die Spielgruppe, die Mediothek und eventuell ein Kulturraum. Die Ludothek und die Proberäume der Musik würden bestehen bleiben. Die Villa Clara wäre zur Vermietung frei. Neben dem Dienstleistungsgebäude ist ein Voi-Laden der Migros geplant (gelb), der heutige Giro-Laden der Migros an der Hauptstrasse würde aufgehoben. Laut dem jetzigen Geschäftsführer ist eine grössere Ladenfläche überlebenswichtig.

Ein weiterer Mieter wie eine Gemeinschaftspraxis wird noch gesucht. Nördlich auf dem Areal sollen 5 Wohneinheiten mit insgesamt 35 Eigentumswohnungen im eher gehobenen Standard entstehen. «Diese potenten Steuerzahlen brauchen wir», sagt Gemeindeammann Brauen. Im Verkaufsvertrag schreibt die Gemeinde Minergiebau vor und soweit möglich ein Anschluss an die Holzschnitzelfeuerung.

Park soll besser genutzt werden

Auf dem Dorfplatzareal fanden bisher Dorffeste statt und Zirkusse gastierten. Künftig sei dafür auf dem Gemeindehausareal, dem schlecht genutzten Park und dem dahinter liegenden Areal Platz genug, findet der Gemeinderat. Die dortige Mauer werde noch dieses Jahr abgerissen. Stimmen die Kölliker dem Vorhaben des Gemeinderates zu, könnte das neue Zentrum voraussichtlich im Frühling 2015 eingeweiht werden.