Aarau

Kochen, Auto putzen, Hecken schneiden: Diese Schüler wollen sich ihr Skilager verdienen

Schüler Kilian Schlienger (13) kocht zusammen mit Mitschülerinnen und der Hauswirtschaftslehrerin Fajitas für die ganze Schule und die Gäste.

Schüler Kilian Schlienger (13) kocht zusammen mit Mitschülerinnen und der Hauswirtschaftslehrerin Fajitas für die ganze Schule und die Gäste.

Um sich das Winterlager alleine zu finanzieren, bieten Schüler der Tagesschule drive Dienstleistungen an.

Der 13-jährige Kilian Schlienger strahlt über das ganze Gesicht, wenn er am Herd in der Fleischpfanne rührt. An diesem Tag kocht er in der Küche der Aarauer Tagesschule drive zusammen mit seinen Mitschülern der 8. Klasse und der Hauswirtschaftslehrerin Dorothea Luh Fajitas. Für alle Schüler der Tagesschule und für zehn Gäste aus der Nachbarschaft. Diese besuchen die Schule aber nicht primär wegen der Kochkünste der Schüler, sondern um sie zu unterstützen. Beim Eingang der Schule steht unübersehbar ein selbst gebasteltes Riesen-Kässeli, dekoriert mit alten Skiern. Durch Kochen und viele andere Dienstleistungen versuchen die 31 Schülerinnen und Schüler seit Wochen, das Geld für ihr Skilager im Februar selbst zu verdienen. 756.80 Franken hatten sie bis gestern zusammen. 3000 Franken ist ihr Ziel.

Dass ein Skilager nicht selbstverständlich ist, sind sich die 31 Schülerinnen und Schüler bewusst. «Als das Skilager ein Thema wurde, schlugen die Schüler vor, dass man mit Aktivitäten auch Geld sammeln könnte», sagt Schulleiter und Lehrer Dietrich Dubach. So boten sie dem ganzen Quartier via Flyer verschiedene Dienstleistungen an, wie zum Beispiel Auto putzen, Hecken schneiden und Laub rechen. «Die Kinder reissen sich um die Einsätze», so Dubach. Auch das Angebot kam bei «Kunden» gut an. Bereits sieben Einsätze hatten die Kinder, ein weiterer steht noch auf der Liste und noch viele mehr würden sie gerne annehmen. Wenn die Kinder etwas zu den Kosten beitragen können, freut es vor allem die Eltern, die das Skilager zusätzlich bezahlen müssten: «Sie zahlen schon das Schulgeld. Dafür bringen einige von ihnen schon Opfer», sagt Lehrerin Gaby Dubach.

Zu den bekochten Gästen gehört die 80-jährige Ursula Grob. Sie buchte bereits Gartenarbeiten bei den Schülern. «Sie haben alles sehr speditiv gemacht», sagt sie zufrieden. Die Kinder seien sehr anständig und liebenswürdig. Sie finde den Zweck unterstützungswert: «Man sollte Kindern auch eine Chance geben.» Während die Schüler den Mexican-Salat und die ersten Fajitas verschlingen, kämpfen die älteren Gäste mit dem Aufrollen des Fladenbrots. Sie nehmen es aber mit Humor, und bereits nach den ersten Bissen loben sie den «gut gewürzten» Geschmack der fremden Spezialität.

Auch eine junge Familie aus dem Quartier gehört zu den Mittagsgästen. «Das nennen wir nachbarschaftliche Unterstützung», sagt Rahel Maag (30), technische Operationsfachfrau und frisch gebackenes Mami. Der 1-jährige Josia musste sich zwar auf Babybrei beschränken, blickte aber immer wieder mit grossen Augen durch die kinderreiche Umgebung. Rahel Maag: «Ich kann mich immer noch an mein Skilager erinnern. Solche Projekte unterstütze ich gerne.»

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Autor

Deborah Onnis

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