Vorsichtig nippt die alte Dame am Alpenkräutertee und überlegt kurz. Pfefferminze? «Nein, Lindenblüte.» Susi Götsch stellt das Glas ab. «Was auch immer drin ist, fein ist er», sagt sie und lacht. Sitznachbarin Heidi Frei freut sich über die Tischdekoration: eine Vase gefüllt mit Strohblumen im Heubett, ums Glas eine rot-weiss-karrierte Schleife. «Die haben sich eine solche Mühe gemacht, das ist wunderschön.»

Überhaupt ist alles sehr gelungen. Die Musikauswahl mit Alphornspielern, Schwyzerörgeli und Jodlerclub, das Essen mit Birewegge, Speckzopf, Bratwurst und Rüeblitorte. Eine richtige währschafte Stubete ist den Bewohnern des Alters- und Pflegeheims Golatti auf die Terrasse gezaubert worden – und das alles als grosse Überraschung. Keiner der Bewohner wusste so recht, was an diesem Donnerstagnachmittag passieren würde.

Mitsummen beim Jodel

Hauptverantwortlich dafür ist der stellvertretende Küchenchef Thomas Richiger: Zu seiner Weiterbildung zum Heimkoch gehört eine Projektarbeit. Die Vorgabe: Einen Anlass für die Bewohner organisieren, der das ganze Heim samt Leitung miteinbezieht. «So musste ich einmal raus aus der Küche», sagt er. Ungewohnt sei das gewesen und auch etwas anstrengend. «Aber eine gute Erfahrung.» So gut, dass sich die Heimleitung überlegt, jedes Jahr eine «Stubete» durchzuführen.

«Ich freue mich sehr über diese schöne Abwechslung», sagt Dorli Zumbach. Und Rolf Bircher, der sich eben an die Tafel gesetzt hat, meint: «Ich war im Zimmer und habe diese Musik von draussen gehört, da musste ich einfach runterkommen.» Vor lauter Begeisterung summt er beim Jodel der Burgjodler Göskon mit. Die zufriedenen Gesichter der Bewohner freuen Organisator Richiger: «Ich glaube, ich habe den Bewohnern etwas Gutes tun können.»