In der Asylunterkunft Aarau will der Rapper Knackeboul erfahren, wie die Menschen leben: «Ich habe erwartet, Menschen wie du und ich anzutreffen und war sehr gespannt, welchen Menschen ich tatsächlich begegnen werde.»

Begrüsst wird Knackeboul sogleich von einer Horde Kindern, die übermütig um ihn herumtanzen und ihn fröhlich willkommen heissen. «Bei Kindern geht einem das Herz auf, das war ein schöner Anfang», sagt Knackeboul.

Nachdem er für die Kinder eine kleine Beatboxperformance zum Besten gegeben hat, erkundet er die Asylunterkunft und wird sogleich an seine eigene Kindheit erinnert: «Meine Eltern arbeiteten für ein Hilfswerk in Portugal. Hier war es ein ähnliches Bild von Familien mit Kindern, die auf engstem Raum zusammenleben.»

Er trifft eine syrische Familie, die von einem Krieg flüchtete, «der nie aufhört» und ein eritreischer Asylbewerber schildert Knackeboul seine Flucht übers Meer nach Italien. 60 Menschen kämpften auf einem kleinen Boot um ihr Leben, fünf verdursteten wegen Wassermangel, die Angst war ihr täglicher Begleiter. «Es ist klar, dass man so etwas nur aus purer Verzweiflung macht», sagt Knackeboul, «zu Hause hört man solche Geschichten im Fernseher, schaltet weiter, isst seinen Teller Spaghetti fertig. Hier habe ich es von jemandem persönlich gehört, der es selber miterlebt hat. Das ist enorm eindrücklich.»

Am Abend versammeln sich die Bewohner der Unterkunft zu einem palästinensischen Essen und lassen den Tag gemeinsam ausklingen. «Mir ist klar, dass man nach einem Tag sozusagen noch nichts erlebt hat. Aber ich war heute einmal hautnah dabei, und habe nicht nur davon geredet», sagt Knackeboul. Für ihn ist klar, dass es nicht sein letzter Besuch in der Unterkunft war.

Knackiger Besuch in der Asylunterkunft: Rapper Knackeboul in Aarau.