«Das Rechnungsergebnis ist sehr erfreulich», schreibt der von Hanspeter Hilfiker präsidierte Stadtrat in einer Medienmitteilung. Das operative Jahresergebnis 2018 übertreffe die Erwartungen. Statt des budgetierten Minus von 200 000 Franken gabs ein Plus von 15,6 Millionen Franken. Das entspricht beinahe dem Betrag, den die Einwohnergemeinde Aarau an das geplante Stadion beisteuern muss (17 Millionen Franken).

Bereits im Vorjahr war die Rechnung deutlich besser ausgefallen als erwartet (7,9 Millionen Franken). 2017 hatte sie unter anderem von der guten Börsenentwicklung profitiert. Im abgelaufenen Jahr war diese schlecht. Die Performance auf dem Finanzvermögen (noch immer fast 110 Millionen Franken) lag bei vergleichsweise guten minus 2,8 Prozent. Dennoch kam die Stadtkasse in den Genuss einer Rendite von 2 Prozent – finanziert aus der prall gefüllten Schwankungsreserve.

Viel mehr Steuern von Privaten

In den letzten Jahren hatte die Stadt stets darunter gelitten, dass sich die Steuererträge der natürlichen Personen deutlich unter Budget oder nur leicht über den Erwartungen entwickelt hatten. Das ist dieses Jahr anders: Die Mehreinnahmen bei den natürlichen Personen betragen 5,2 Millionen Franken. Der Gesamtertrag stieg auf eine nie erreichte Höhe. Einerseits scheinen sich die Bonuszahlungen auf den Steuereingang ausgewirkt zu haben und andererseits das Bevölkerungswachstum (alleine letztes Jahr 200 neue Wohnungen).

Insgesamt betrugen die Mehreinnahmen bei den Steuern 7,5 Millionen Franken: Die Abgaben von juristischen Personen fielen 2,3 Millionen Franken höher aus als budgetiert. Neben der guten Konjunktur wirkte sich hier aus, dass wegen der Änderung der kantonalen Vorgaben im Jahr 2018 die Zahlungen von 13 Monaten verbucht worden sind.

Was die juristischen Personen anbetrifft, darf nicht mit einer Wiederholung des Traumresultats gerechnet werden. So hat einer der ganz guten Steuerzahler der Stadt Aarau, die Aargauische Kantonalbank, für die nächsten Jahre tiefere Gewinne in Aussicht gestellt, weil die Reserven aufgestockt werden sollen.

8 Mio. Franken Buchgewinn

Die 15,6 Millionen Franken Gewinn sind neben dem guten Steuereingang auf einen Buchgewinn zurückzuführen. «Zu Beginn einer neuen Legislaturperiode wird das Finanzvermögen gemäss den gesetzlichen Vorgaben neu bewertet. Dabei sind Buchgewinne von 8 Millionen Franken entstanden», schreibt der Stadtrat. Einen ähnlichen Effekt meldete die AZ gestern von der Gemeinde Meisterschwanden. Weitere dürften folgen.
Hoher Selbstfinanzierungsgrad

Die Nettoinvestitionen lagen letztes Jahr in Aarau mit 10,9 Millionen Franken deutlich unter dem Budget von 24 Millionen Franken. «Grössere Abweichungen sind bei den Hochbauten Heinerich-Wirri-Strasse, Alte Reithalle, Schulanlage Schachen, Kindergarten Stadtteil Rohr sowie bei den Kantons- und Gemeindestrassenprojekten entstanden», schreibt der Stadtrat. «Die Selbstfinanzierung beträgt 28,3 Millionen Franken. Das Stabilo-2-Ziel einer durchschnittlichen Selbstfinanzierung von 20 Millionen Franken wurde auch ohne die Buchgewinne von 8 Millionen Franken erreicht.»