Über 7,2 Mio. Franken wird die Erweiterung der Primarschule und des Kindergartens Gönhard gemäss Vorlage des Stadtrates kosten – rund 1,4 Millionen mehr als anfänglich von externen Fachleuten geschätzt. Gestern Abend hat der Einwohnerrat den Baukredit gutgeheissen. Eventuell kann der Aufwand noch um 65 000 Franken reduziert werden.

Rainer Lüscher beantragte namens der FDP-Fraktion, die Kosten für die geplante Photovoltaik-Anlage abzuziehen. Darauf entspann sich eine längere Diskussion um die Frage, ob die IBAarau die Anlage auch auf eigene Kosten realisieren würde. Stadtrat Werner Schib liess zuletzt durchblicken, die IBAarau habe dies unlängst bestätigt.

Alexander Umbricht (GLP), der auf Nummer sicher gehen wollte, legte hierauf eine Variante des FDP-Antrags vor: Die 65 000 Franken seien nur zu verwenden, falls kein Investor wie etwa die IBAarau gefunden werde, der die Anlage auf eigene Kosten realisiere. Der Antrag Umbricht setzte sich mit 38:11 Stimmen gegen jenen der FDP durch. Die stadträtliche Vorlage wurde schliesslich, ergänzt um den Antrag Umbricht, mit 37:6 Stimmen bei 5 Enthaltungen gutgeheissen.

Die Notwendigkeit der Erweiterung bestritt niemand. Praktisch alle Fraktionssprecher kritisierten jedoch die Kostendifferenz von rund 24 Prozent zwischen Wettbewerbs-Grobkostenschätzung und schliesslich beantragtem Baukredit. «Inakzeptabel», sagte etwa Margrit Stüssi (FDP) dazu. Die Fachleute hätten ihre Aufgaben nicht gemacht, erklärte Libero Taddei (SVP).

Ueli Hertig (Pro Aarau) lieferte eine Erklärung dafür, weshalb die Grobschätzung viel zu tief ausfiel: Auswärtigen Planern seien die in Aarau geltenden Anforderungen zu wenig bekannt. Werner Schib sagte aber, der Stadtrat habe die zu tiefen Zahlen natürlich in den Politikplan übernommen. Das Stadtbauamt habe deshalb nun den Auftrag erhalten, dafür zu sorgen, dass schon die Grobschätzungen künftig präziser seien.

Das Erweiterungsprojekt, das als solches in der Debatte nur gute Noten erhielt, ist nötig aufgrund der Veränderungen im aargauischen Schulsystem und wegen des überproportionalen Zuwachses an Kindern in Aarau. Da der Baukredit die Finanzkompetenz des Einwohnerrates von 6 Mio. Franken überschreitet, muss das Geschäft noch dem Volk vorgelegt werden. Als Termin für die Urnenabstimmung ist der 27. November vorgesehen. Bis dahin ruhen die Arbeiten der Fachplaner, die über den Baukredit abgerechnet werden. Die Bauzeit verkürzt sich damit gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan um drei Monate. Der geplante Bezug im Sommer 2018, heisst es in der stadträtlichen Botschaft, sei deshalb nur möglich, wenn es optimal laufe und es keine Unterbrüche oder Verzögerungen gebe.