Aarau
Klarer Kunsteisbahn-Entscheid setzt Zeichen

Die Schlussabstimmung machte alles klar: Der Einwohnerrat will die Kunsteisbahn (Keba) erhalten und sanieren. Mit 40 Ja gegen 5 Nein bei 2 Enthaltungen genehmigte er den Verpflichtungskredit von brutto 17,09 Mio. Franken.

Hubert Keller und Hermann Rauber
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Bald neues Eis in der Keba? Der erste Entscheid ist gefällt. az

Bald neues Eis in der Keba? Der erste Entscheid ist gefällt. az

Der Anteil der Stadt Aarau beträgt 8,24 Mio. Franken. Weitere 2,5 Mio. Franken kostet die Erweiterung der Trainingsinfrastruktur der Fussballer. Auch dieser Kredit ging problemlos durch. Sofern also Buchs und Suhr im Sommer ihre Kreditanteile auch genehmigen, dürfte die Sanierung der Keba beschlossene Sache sein.

Eine Grundsatzdebatte entspann sich im Einwohnerrat trotzdem. Die Fraktion von Pro Aarau, GLP und EVP/EW hatte die Rückweisung der Vorlage beantragt. Er wisse nicht, was an dieser stimme, worauf er sich verlassen könne, sagte Markus Hutmacher (Grüne). Die Vorlage sei zu überarbeiten, damit man sie mit gutem Gewissen dem Volk vorlegen könne.

«Nachbesserung tut not», meinte Alexander Umbricht (GLP). Der Rückweisungsantrag hatte zwar keine Chancen, erhielt aber immerhin 13 von 47 Stimmen. «Nachbesserung» erwartete man bei Fragen des Standorts, der Kühlung mit Glykol, des fehlenden Sportkonzepts, der Finanzierung, der Nutzung der Abwärme und der überproportionalen Belastung der Stadt.

«Die Keba braucht unsere Unterstützung jetzt», sagte Werner Schib (CVP). Er war einer von mehreren Votanten, die den Zusammenhang zwischen Sportkonzept und Keba nicht erkennen wollten. Ulrich Bürgi (FDP): «Das Sportkonzept regelt, welcher Verein wann welche Anlage benutzen kann.» Also sei das Sportkonzept für den Keba-Entscheid irrelevant. Er vermutete hinter dem Rückweisungsantrag gar die grundsätzlich Ablehnung. «Entweder steht man zur neuen Keba oder sagt ehrlich, dass man sie nicht will.»

Nicht nur Lippenbekenntnisse

Vizeammann Carlo Mettauer konnte wohl kaum alle Zweifel ausräumen, auch wenn das Schlussresultat in seiner Deutlichkeit keine Zweifel offen liess. Er ging auch auf die bemängelte Solidarität der Gemeinden des Planungsverbandes PRA ein. «Die Keba ist immerhin das erste Projekt, bei dem Gemeinden nicht nur Lippenbekenntnisse von sich geben, sondern auch Geld fliessen lassen, wenn auch nicht im gewünschten Ausmass», sagte er.

In der Detailberatung drang die SP-Fraktion mit 25 Ja gegen 22 Nein mit einem Zusatzantrag durch, der ausdrücklich festhält, dass die Gelder aus Aarau nur fliessen, wenn die Mitzahler Buchs und Suhr «vollumfänglich ihren Anteil leisten». Es gehe einzig um die «rechtliche Absicherung», erklärte Lotty Fehlmann Stark (SP). Der Verpflichtungskredit über 17,09 Millionen Franken passierte in der Schlussabstimmung mit 40 Ja gegen 5 Nein bei 2 Enthaltungen.

2,5 Mio. für die Fussballer

Nichts wissen wollte eine Mehrheit von zwei Ergänzungsanträgen der Fraktion Grüne/Jetzt!. Markus Hutmacher wollte den Beitrag an die Fussball-Infrastruktur von 2,51 auf 1,75 Millionen Franken kürzen. Es sei zumutbar, dass sich der FC Aarau angemessen an der Investition beteilige. Zudem verlangte Hutmacher, dass dieser Teil der Vorlage «freiwillig» einer separaten Volksabstimmung zu unterstellen sei. Beide Begehren wurden von einer grossen Mehrheit abgeschmettert, die Anträge des Stadtrates setzten sich am Ende deutlich durch.

Aarau könne auch vor Suhr und Buchs entscheiden, hatten die Befürworter der Rückweisung argumentiert, so gewinne man Zeit, um offene Fragen zu klären. «Der Lead liegt bei der Stadt Aarau», entgegnete Mettauer, «wir müssen ein Zeichen setzen.» Das Zeichen des Einwohnerrats ist deutlich.

Die obligatorische Urnenabstimmung in Aarau findet am Sonntag, 15. Mai, statt. Der Einwohnerrat Buchs soll am 22. Juni entscheiden, die Gemeindeversammlung in Suhr am 23. Juni.