Gränichen
Kita «Zauberschiff» will wegen Platznot Haus kaufen – Gränichen soll bürgen

27 Kita-Plätze für ein Dorf mit 7000 Einwohnern – das reicht nicht. Damit der Verein Kindertagesstätte Zauberschiff ein Haus kaufen und mehr Plätze anbieten kann, soll die Gemeinde erstmals für einen Verein bürgen.

Katja Schlegel
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In diesem Haus könnte die neue Kita untergebracht werden.

In diesem Haus könnte die neue Kita untergebracht werden.

Hubert Keller

Die Plätze in der Kindertagesstätte Gränichen, der Kita Zauberschiff, sind begehrt. Kein Wunder, das «Zauberschiff» ist die einzige Kita im ganzen Dorf. Mit den heute 27 Plätzen an den beiden Standorten Bänelimatte und Schiffländi kann der Verein der Nachfrage nicht mehr länger gerecht werden.

«Ohne zusätzliche Räume können wir keine weiteren Kinder mehr aufnehmen», sagt Kita-Leiterin Ursi Jola. Ausserdem erfüllen die Räume an der Schifffländi in Bezug auf die Grösse und die Infrastruktur nicht mehr die gesetzlichen Anforderungen für die Kindergärtler und Primarschüler.

Eineinhalb Jahre lang hat der Verein eine neue Liegenschaft gesucht und nun an der Zilstrasse 5 gefunden: ein 1999 komplett umgebautes Zweifamilienhaus mit 240 Quadratmetern Wohnfläche und viel Garten für 1,15 Millionen Franken. «Das Haus ist optimal und erfüllt alle Kriterien für eine Umnutzung zur Kindertagesstätte», sagt Ursi Jola.

Im neuen Haus hätte es Platz für 22 Kleinkinder, der Standort Bänelimatt würde aufgehoben. Gemeinsam mit der Schifflände hätte der Verein fortan 37 Betreuungsplätze.

Das Problem: Der Verein verfügt nur über Eigenmittel von 115 000 Franken oder 10 Prozent des Kaufpreises, nötig wären aber 20 Prozent.

Für die restlichen 115 000 Franken schlägt nun der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vor, eine Bürgschaft zu sprechen, damit die Bank dem Verein die Hypothek gewährt. «Mit der Bürgschaft gewährt man dem Verein in erster Linie Rückendeckung.

Die Gemeinde muss das Geld nur im Notfall zahlen», sagt Gemeindeschreiberin Andrea Geissmann. Der verbürgte Betrag würde dem Verein als Eigenmittel angerechnet werden.

Ohne Haus drohen Wartelisten

Mit dieser Bürgschaft wäre laut Geissmann nicht nur dem Verein, sondern auch der Gemeinde gedient: «Die Kita hat für die Gemeinde einen sehr hohen Stellenwert. Können mehr Plätze angeboten werden, steigert das die Standortattraktivität.»

Und weil der Regierungsrat die Gemeinden per Gesetz dazu verpflichten will, den Zugang zu einem bedarfsgerechten Angebot an familienergänzender Betreuung bis zur Primarschule sicherzustellen, ist die Bürgschaft aus Sicht des Gemeinderats ein guter Weg, die Betreuung zu sichern.

Mit der Gewährung der Bürgschaft muss der Verein eine Leistungsvereinbarung unterzeichnen. Damit verpflichtet er sich, mindestens einmal im Jahr Auskunft über die finanzielle und personelle Situation zu geben.

Was passiert, wenn die Gmeind der Bürgschaft nicht zustimmt? «Dann kommen wir nicht darum herum, Wartelisten zu führen und Familien zurückzuweisen», sagt Ursi Jola. «Das möchte ich aber tunlichst vermeiden.»