Knapp 700 Einwohner hat Densbüren, rund zwei Drittel von ihnen sind reformiert. Doch der eine Freiwillige, den die Kirchenpflege so dringend gebraucht hätte, konnte einfach nicht gefunden werden. Damit ist die Kirchenpflege der reformierten Kirchgemeinde Densbüren nicht mehr beschlussfähig.

Der für die Kirchgemeindeversammlung vom Sonntag vorgesehene zweite Wahlgang findet nicht statt. Beim Kirchenrat der Reformierten Landeskirche wurde der Antrag gestellt, ab kommendem Jahr einen Kurator einzusetzen.

Entscheid im Dezember

«Drei Kirchenpfleger sind gewählt, aber es hätten mindestens vier sein müssen», sagt Kirchenpflegepräsidentin Hanni Weber. Sie selber tritt Ende Jahr nach 20 Jahren in der Kirchenpflege, 16 davon als Präsidentin, zurück. «Es ist kein gutes Gefühl zu wissen, dass ein Kurator eingesetzt wird», sagt sie. «Wir haben jedoch alles probiert und niemanden gefunden. Ein Kuratorium kann aber durchaus auch eine Chance für die Kirchgemeinde sein», sagt Weber.

Ob die Landeskirche dem Antrag entsprechen wird, ist noch offen. Laut Weber wird der Entscheid am 11. Dezember fallen. Es wäre ein einschneidender Entscheid: Ein Kurator übernimmt die Verwaltung der Kirchgemeinde und hat die alleinige Entscheidungsbefugnis. Er führt aber monatlich Sitzungen mit dem Pfarrer und den noch gewählten Kirchenpflegemitgliedern durch. Bei diesen Sitzungen werden, ähnlich wie bei Sitzungen einer Kirchenpflege, anstehende Themen behandelt.

Nicht die einzige Gemeinde

Densbüren wäre damit aber kein Einzelfall: Seit Anfang 2013 durch einen Kurator verwaltet wird beispielsweise auch die reformierte Kirchgemeinde Auenstein, bereits seit Ende November 2012 die Kirchgemeinde Zurzach. Für die Kirchenpflege der Kirchgemeinde Rein, die zurzeit von einem Kurator verwaltet wird, wurden vier von acht Kandidaten gefunden. Im Dezember findet ein zweiter Wahlgang statt. Danach entscheidet der Kirchenrat, ob das Kuratorium per Ende 2014 aufgehoben und die Verantwortung Anfang 2015 der neu gewählten Kirchenpflege übergeben wird.