Justiz

Kinderschänder beschäftigte das Aarauer Bezirksgericht – jetzt das Bundesgericht

Das Bundesgericht befasste sich mit einem Aargauer Sexualstraftäter.

Im Aargau wurde der Mann schon zweimal verurteilt, in Bern einmal. Wann der Mann freikommt, ist nach dem jüngsten Entscheid in Lausanne unklar.

Das Bundesgericht musste sich kürzlich mit einem Kinderschänder befassen, der auch im Aargau delinquiert hatte. Der Mann ist dreimal wegen jeweils mehrfachen Sexualdelikten gegen Kinder verurteilt worden: 2008 im Kanton Bern und in Aarau, im Jahr 2011 nochmals in Aarau. Die verhängten Freiheitsstrafen von insgesamt 56 Monaten wurden jeweils zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben.

Der damals 39-jährige IV-Rentner stand 2011 vor dem Bezirksgericht Aarau, weil er die beiden minderjährigen Töchter seiner Freundin in den Jahren 2006 bis 2008 sexuell missbraucht hatte. Er gestand, die 12 und 15 Jahre alten Mädchen mehrmals am ganzen Körper mit Bodylotion eingerieben zu haben, auch an ihren Geschlechtsteilen. Das ältere Mädchen hatte er aufgefordert, dasselbe für ihn zu tun, was sie befolgte.

Der Täter verharmlost seine Vergehen

Das Bezirksgericht befand ihn für schuldig und verhängte eine unbedingte 10-monatige Freiheitsstrafe – allerdings aufgeschoben zugunsten der laufenden stationären Massnahme. Vor Gericht wurde bekannt, dass er laut psychiatrischen Gutachten seine Taten negiere oder verharmlose und eine ablehnende Haltung gegenüber Therapieversuchen zeige. Der Mann befindet sich seit mittlerweile mehr als zehn Jahren im Rahmen der stationären Massnahme hinter Schloss und Riegel, irgendwo im Kanton Bern.

Streit um Verlängerung der Massnahmen

Die Bewährungs- und Vollzugsdienste des Kantons Bern (BVD) beantragten im Dezember 2017 die Verlängerung der Massnahmen um weitere fünf Jahre. Das Regionalgericht Bern- Mittelland verlängerte aber nur um zweieinhalb Jahre – der Mann sei «auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten», wie dies nun z.B. mit den endlich angeordneten milieutherapeutischen Ausgängen der Fall sei. Mit der Verlängerung um zwei Jahre solle der Vollzugsbehörde genügend Zeit eingeräumt werden, um dies aufzugleisen, sodass der Mann bedingt entlassen werden könne.»

Dagegen erhoben die BVD Beschwerde, blitzten aber aus prozessrechtlichen Gründen beim Obergericht ab. Dies taxiert das Bundesgericht rückblickend als falsch – das Obergericht muss sich erneut mit der Sache befassen. Wann der Mann allenfalls freikommen kann, ist deshalb noch unklar. (nro)

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