Aarau
Kinderbetreuung erhält mehr Geld für Bewältigung des Arbeitsberges

Die Stabsstelle für die Familienergänzenden Tagesstrukturen soll definitiv aufgestockt werden. 40 Stellenprozente waren 2010 vom Einwohnerrat nur bis 2012 bewilligt worden. Nun beantragt die Stadt dem Einwohnerrat die Erhöhung auf 120 Prozent.

Sabine Kuster
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«Nicht auf Kosten der Kinder sparen»: Kindertagesstätte. Annika Bütschi

«Nicht auf Kosten der Kinder sparen»: Kindertagesstätte. Annika Bütschi

Aargauer Zeitung

Im Gesamten gibt es bei den Sozialen Diensten der Stadt Aarau 100 Stelleprozente für die Familien- und Schulergänzenden Tagesstrukturen (Fusta). Nun beantragt die Stadt dem Einwohnerrat die definitive Erhöhung dieser Stabsstelle von 60 auf 120 Prozent.

40 Stellenprozente waren 2010 vom Einwohnerrat nur bis 2012 bewilligt worden. Damals wurde das Betreuungsangebot für die Aarauer Kinder in Module aufgeteilt: Während Familien früher für ihre Kinder nur ein Jahr am Stück eine Betreuung im Hort buchen konnten, sind die Angebote heute viel flexibler. Die Ferien – wenn viele Kinder den Hort nicht besuchen – sind separat abrechenbar. Die Tage werden auf Stunden genau gebucht. «Es gibt insgesamt 13 Module», sagt der zuständige Stadtrat Lukas Pfisterer, «Fusta funktioniert heute viel mehr à la carte.» Der Stadtrat bezeichnet dieses System als «zeitgemäss».

Mehrere Vereinbarungen pro Kind

Der Systemwechsel hat alle Erwartungen übertroffen: Im Jahr 2010 wurden 275 Elternvereinbarungen abgeschlossen – 2011 waren es 423 plus 144 separate Vereinbarungen für die Ferien.

Die 423 Vereinbarungen beinhalten auch jene für den Mittagstisch. So bestehen heute oft für ein Kind mehr als eine Vereinbarung pro Jahr. Doch zusätzlich beanspruchen tatsächlich auch sehr viel mehr Kinder eine Betreuung: 2010 wurden 275 Kinder betreut, ein Jahr später waren es 420 Kinder.

Dieser Anstieg war möglich, weil mit dem genauen Buchen der Hortstunden, Zeit für weitere Kinder frei wurde. Weiterhin bestehen aber fast überall Wartelisten.

Arbeitsaufwand: plus 40 Prozent

Plötzlich mussten Tamara Greising und Bibiane Saly vom Stab bei Fusta also doppelt so viele Elternbeitragsvereinbarungen abschliessen. Der Arbeitsaufwand hat sich laut den Daten der Sozialen Dienste in diesem Bereich verdreifacht – insgesamt sind es 40 Prozent mehr. Verdoppelt hat sich der Aufwand in Zusammenhang mit den Leistungsverträgen mit den Institutionen. Zudem musste vier Mal mehr Zeit für Bewilligung und Aufsicht verwendet werden und doppelt so viel für die statistischen Erhebungen zu Angebot und Nachfrage.

Die Liste der Fusta-Aufgaben, welche die Stadt präsentiert, ist lang –lang ist auch jene der unerledigten Aufgaben, für die laut Stadt «seit mehreren Jahren die Ressourcen fehlen». Dies vor allem bei Kontroll- und Entwicklungsaufgaben. Der Stadtrat schliesst seinen Antrag deshalb mit dem Fazit, der Bedarf für die beantragte Stellenanpassung sei ausgewiesen. Beantragt sind deshalb zusätzlich 20 Stellenprozente. Die insgesamt 60 Prozente würden im Jahr 66500 Franken kosten.