Gestaunt haben Passanten, die Mitte Woche die Unterführung beim Tellizentrum benutzten. Sie begegneten einem wilden Durcheinander von Kindern und Farben. 21 Mädchen und Jungen der Kinderwoche «Ferien im Park» bemalten die grauen Wände des Durchgangs in allen Farben des Regenbogens.

Jeden Sommer findet in der Telli ein Beschäftigungsprogramm für Kinder statt. Den Anstoss dazu gab das Gemeinschaftszentrum Telli bereits vor einigen Jahren. Seither wird von Freiwilligen eine Kinderwoche organisiert und durchgeführt.

Dieses Jahr taten dies Gabriela Gratwohl und Sabrina Zbinden zusammen mit der Nachbarschaftshilfe. Unterstützt wurden sie von der katholischen und der reformierten Kirche, dem Gemeinschaftszentrum Telli und der Jugendkoordinationsstelle Aarau.

Um die Kinderwoche attraktiver zu gestalten, wurden einige Neuerungen durchgeführt. Statt auf zwei Wochen, wurde das Programm auf eine Woche konzentriert. So beschäftigt die Kinderwoche den Tellinachwuchs neu während fünf statt nur zwei Stunden pro Tag.

«Wir wollten die Kinder nicht mehr nur mit Basteln und Zeichnen beschäftigen», sagt Gabriela Gratwohl, «sondern so viel wie möglich mit ihnen nach draussen gehen.» Daher auch der Name «Ferien im Park». Seit Montag bräteln, spielen und malen die Kinder im Alter von 5 bis 9 Jahren im Telli.

Wilde Kinder und viele Farben

«Meine Mutter hat mich angemeldet», sagen viele der Kinder kleinlaut, bevor sie davon zu erzählen beginnen, dass sie mega gerne malen würden und es toll fänden, die ganze Woche mit ihren Freunden zusammen zu sein.

«Mir gefällt die Woche, weil ich viele von der Schule kenne», sagt der 9-jährige Beno. «Und heute Mittag gibt es Pizza, mein Lieblingsessen», fügt er mit einem zufriedenen Grinsen an. Kurz darauf konzentriert er sich wieder voll darauf, graue Farbe auf seinen Armen zu verteilen.

«Das geht schon wieder ab», weiss Primarschülerin Irene. Ob ihre Mutter an ihren bemalten Kleidern Freude haben wird, ist sich die 8-jährige Aarauerin aber doch nicht so sicher. Viele der Kinder übertreffen in ihrer Farbenpracht bereits kurz vor Mittag die von ihnen bemalte Wand.

Was bleibt

«Malen ist etwas, was jedes Kind kann. Zudem wollten wir den Kindern die Möglichkeit geben, etwas zu schaffen, das bleibt», sagt Sibylle Felder, angehende Primarschullehrerin und Helferin in der Kinderwoche. Die Kindergärtner und Primarschüler kämen aus der Gegend und könnten daher das Wandbild immer wieder betrachten.

Da am Donnerstag die Wetterlage unsicher war, ist die Gruppe ins Skatecenter Rolling Rock ausgewichen. Auf die Halfpipes freute sich manch ein Lausbubenherz. Am Freitag konnten die Maler und Malerinnen ihr Kunstwerk beim Tellizentrum unterschreiben. Zum Abschluss haben die Kinder selbstgefaltete Papierschiffchen mit Abschiedswünschen auf der Aare davontreiben lassen.