Telli Aarau

Kinder reden bei Mega-Sanierung der «Staumauern» mit

Kinder gestalten Tellipark Aarau mit

Kinder gestalten Tellipark Aarau mit

Während die schweren Fahrzeuge auf der Tellipark-Baustelle Lärm verursachen, helfen Kinder aktiv dabei, den neuen Lebensraum so angenehm wie möglich zu machen.

Wie die künftige Umgebung der Aarauer «Telli-Staumauern» aussehen soll, ist noch offen.

Seit Monaten läuft in der Aarauer Telli eine der grössten energetischen Sanierungen der Schweiz: Die AXA lässt ihre zwei Wohnblöcke («Staumauern») samt Garage an der Delfterstrasse erneuern. Die bis zu 1600 direkt betroffenen Personen in den 581 Wohnungen – und die in den benachbarten Wohnzeilen – brauchen aufgrund der unvermeidbaren Behinderungen und Emissionen gute Nerven. Immerhin: Es geht planmässig voran. Das bestätigt AXA-Sprecher Urban Henzirohs. Das Dach der ersten Tiefgarage ist saniert; die Autos parkieren nun oben auf dem Dach, damit die Arbeiten unten in de Garage ungestört ausgeführt werden können. Die ersten Liftanlagen sind saniert, ein Teil der Treppenhäuser auch schon bald.

Am Mittwoch lud die AXA Kinder der Telli ein, damit sie einen Teil der Bauwand bemalen konnten – ein bisschen Farbe auf der Baustelle kann nicht schaden. Die AXA nutzte die Gelegenheit aber auch, um die Kinder nach ihren Wünschen für die künftige Umgebungsgestaltung zu fragen. Hierfür setzt die AXA auf einen partizipativen Prozess, begleitet von externen Quartierentwicklungsprofis. «Eine der Besonderheiten der Telli sind die grossen Grünräume», sagt der AXA-Sprecher. «Wir wollen nicht einfach selber entscheiden, was damit passiert, sondern die Bewohner und insbesondere die Kinder als künftige Nutzer von Spiel- und Sportanlagen mit einbeziehen. Sie sollen ja Freude daran haben.»

Für die Erwachsenen gibt es hierzu mehrere Workshops Anfang September. Thema wird dabei auch das frühere Kleintierzoo-Areal sein. Den Zoo hatte die AXA im Juni «zum Wohl der Tiere» überraschend rasch geschlossen; eigentlich wäre dies erst per Ende 2020 vorgesehen gewesen. Der Zoo sei nicht mehr zeitgemäss und nicht mehr so beliebt wie früher, so die AXA.

AXA: «Keine Pflicht für einen Zoo»

Die Schliessung sorgte bei einigen Anwohnern für Enttäuschung und Kritik. Und: Einige langjährige Tellianer wiesen darauf hin, dass der Betrieb eines Zoos 1979 integraler Bestandteil der Baubewilligung für die «Staumauern» gewesen sei, weshalb die AXA die Anlage nicht einfach abschaffen könnte.

Die AZ konnte Teile der Baubewilligung und des Grundeigentümervertrags einsehen. Darin sind zwar Auflagen für die Umgebungsgestaltung oder für die Mindest-Spielflächen enthalten, der Zoo wird aber nur einmal erwähnt, als es darum geht, dass er eingezäunt werden darf. AXA-Mediensprecher Urban Henzirohs sagt, man habe auch nach Gesprächen mit verschiedenen damals involvierten Personen nicht mehr herausfinden können, weshalb ein Kleintierzoo gebaut worden war. Die AXA habe aber zur Sicherheit auch noch die Stadt Aarau konsultiert. «Daraufhin hat die Stadtverwaltung die Unterlagen ebenfalls noch einmal studiert und keinen Hinweis auf eine Pflicht für einen Kleintierzoo gefunden.»

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