Pilzsaison
Kiloweise giftige Pilze landen in den Körben der Sammler

Eifrige Pilzsammler ziehen zurzeit in die Wälder, um die Köstlichkeiten zu finden. Aber Achtung: So gut die Pilze auch schmecken, der Verzehr des falschen Pilzes kann tödlich sein. Der Gang zur Kontrollstelle ist deshalb wichtig.

Sarah Künzli
Merken
Drucken
Teilen
Beim Sammeln von Pilzen ist vor Doppelgängern vorsicht geboten.

Beim Sammeln von Pilzen ist vor Doppelgängern vorsicht geboten.

Keystone
Schön anzusehen, aber giftig:Weisser und Grüner Knollenblätterpilz und Fliegenpilz (r.). wsw

Schön anzusehen, aber giftig:Weisser und Grüner Knollenblätterpilz und Fliegenpilz (r.). wsw

Greift man beim Sammeln nach nur einem einzigen falschen Pilz, kann dieser schon tödlich sein. Der grüne Knollenblätterpilz ist ein Beispiel dafür. Er ist einer der giftigsten Pilze in der Schweiz.

Zurzeit kommen Kiloweise giftige Pilze zu den Kontrollstellen. Die Aargauerin Margrit Montalta muss diese erkennen, denn sie ist seit bald 20 Jahren Pilzkontrolleurin.

Doppelgänger können trügerisch sein

Er ist begehrt und allen bekannt: Der schmackhafte Steinpilz. Doch er kann leicht verwechselt werden, wenn man sich nicht auskennt, weiss Montalta: «Unter den Röhrlingen, zu denen auch der Steinpilz gehört, gibt es viele giftige Doppelgänger.»

Nicht nur bei ihrer Kontrollstelle in Aarau sondern auch im Spital wird sie des öfteren mit Giftpilzen konfrontiert. Denn Montalta arbeitet auch als Diagnostikerin. Bei Vorfällen von Pilzvergiftungen ist es ihre Aufgabe herauszufinden, welcher Pilz verzehrt wurde. Die Wirkung des Gifts ist bei jedem Pilz unterschiedlich. Dadurch variieren auch die Behandlungen der betroffenen Personen.

Schweizweit kam es im laufenden Jahr schon zu über 400 Fällen durch Pilzvergiftungen. Das sind 50 Personen mehr als vor einem Jahr. Im Kanton Aargau sind es bis jetzt fast 40 Personen, die durch Pilze eine Vergiftung hatten, heisst es laut Toxikologischem Institut.

Durch ihre Erfahrung weiss die Kontrolleurin: «Grundsätzlich ist es so, je länger die Latenzzeit nach dem Verzehr ist, desto giftiger ist der Pilz. Beim Raukopf zum Beispiel können die Vergiftungssymptome erst zwei Wochen nach der Mahlzeit in Kraft treten. Dieser giftige Pilz kann zu Leber- und Nierenschäden führen.»

Pilze sind gut, Kontrolle ist besser

Für Sammler-Neulinge bietet sie auch Pilzbestimmungsabende und Exkursionen an. Dort lernt man auf was man beim Pilzsammeln achten muss und wo man welche Pilze findet. Die Anzahl der Teilnehmer an ihren Kursen sei zurzeit sehr gross, sagt sie gegenüber der az.

«Wenn man Anfänger ist, sollte man immer nur zwei bis drei verschiedene Arten mitnehmen und sie unbedingt kontrollieren lassen», sagt die Pilzkennerin. In jeder Gemeinde gibt es jemanden, der für die kostenlosen Kontrollen der gesammelten Pilze zuständig ist. Margrit Montalta ist für die Pilzkontrollen von Aarau und Densbüren zuständig.