Auf kommunaler Ebene soll ab dem Jahr 2022 im Bereich Schule eine neue Führungsstruktur ohne Schulpflege umgesetzt werden. Neu soll der Gemeinderat oberstes politisches Führungsgremium der Schule sein. So will es der regierungsrätliche Entwurf des revidierten Schulgesetzes. Was bedeutet das für jene Schulen im Kanton, die als Kreisschulen organisiert sind, zum Beispiel für die grösste Schule im Aargau, die eben erst gegründete Kreisschule Aarau-Buchs (500 Lehrpersonen, 3000 Schülerinnen und Schüler)? «Faktisch bleibt alles gleich», betont Anton Kleiber, Buchser Bildungs-Gemeinderat. Die Kreisschule sei zu einem Zeitpunkt vorbereitet und gegründet worden, als Alex Hürzelers Pläne bereits der Spur nach bekannt waren. Deshalb habe die Kreisschule so organisiert werden können, dass eine Abschaffung der Schulpflege lediglich geringe Auswirkungen haben werde.

Was heute Kreisschulpflege genannt wird, ist bereits gleichzeitig Vorstand des Schulverbands. Künftig wird einfach die Bezeichnung Kreisschulpflege wegfallen, die Funktion bleibt gleich. Es wird auch weiterhin ein Schulparlament geben (Kreisschulrat), das in Majorzwahl vom Volk gewählt wird und das seinerseits dann den Vorstand (ehemals Kreisschulpflege) bestimmt.

Wie präsentieren sich die rechtlichen Grundlagen? – Beim Sonderfall Kreisschule handelt es sich von der Form her um einen Gemeindeverband. Für die Errichtung und die Organisation des Kreisschulverbandes gelten demzufolge, wie in Paragraf 56 Absatz 3 des regierungsrätlichen Entwurfs des revidierten Schulgesetzes festgehalten, sinngemäss die Bestimmungen des kantonalen Gemeindegesetzes betreffend den Gemeindeverband (Paragrafen 78 bis 80). Wobei die Kreisschule dem Modell «Gemeindeverband mit Abgeordnetenversammlung» entspricht. Im Kreisschule-Kontext hiess letztere bisher Kreisschulrat. Das strategische Gremium, das ein Gemeindeverband kennt, der Vorstand, war bis anhin die Kreisschulpflege.

Künftig sollen die für die andern Gemeindeverbände geltenden Begriffe auch für Kreisschulen gelten. Die Wahl der Abgeordneten erfolgt laut Paragraf 79 des Gemeindegesetzes «durch das nach der Gemeindeordnung zuständige Organ». Im Fall der Kreisschule Entfelden etwa bedeutet dies, dass die Abgeordneten an der Urne gewählt werden. So ist es in den Gemeindeordnungen von Unter- und Oberentfelden festgelegt. Der Vorstand dagegen wird nach Paragraf 80 des Gemeindegesetzes von der Abgeordnetenversammlung gewählt.

Im Schulgesetz-Entwurf wird festgehalten, dass der Vorstand die Funktion übernimmt, welche der Gemeinderat in den Gemeinden ohne Kreisschule ausübt, also jene, welche bisher die Schulpflege innehatte. Der Vorstand konstituiert sich selbst. Nun steht aber im Gemeindegesetz, dass dem Vorstand «in der Regel» nicht mehr als ein Vertreter pro Gemeinde angehören solle. Da sich auf diese Weise in einem Fall wie der Kreisschule Entfelden, wo bloss zwei Vertragsgemeinden dem Verband angehören, eine nur zweiköpfige und damit zu kleine Vollzugsbehörde ergäbe, ist im Schulgesetz-Entwurf eine Spezialregelung vorgesehen: Dem Vorstand soll mindestens eine Vertreterin oder ein Vertreter pro angeschlossene Gemeinde angehören. Er muss aber insgesamt mindestens drei Mitglieder umfassen. Eine Obergrenze ist dagegen nicht vorgesehen.