Buchs-Rohr
Keine Residenzpflicht für Pfarrer mehr: Pfarrhaus kann verkauft werden

Das Pfarrhaus von Rihr ist für den reformierten Pfarrer zu gross geworden. Es wird verkauft. Der Verkaufserlös wird in die Sanierung der Kirche investiert.

Hubert Keller
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Die Kirche Rohr gehört zur Kirchgemeinde Buchs-Rohr - das Pfarrhaus wird nun verkauft.

Die Kirche Rohr gehört zur Kirchgemeinde Buchs-Rohr - das Pfarrhaus wird nun verkauft.

Sabine Kuster

In den reformierten Kirchgemeinden gibt es für die Pfarrer eine Residenz- und Wohnsitzpflicht. Doch viele Aargauer Kirchgemeinden gestatten ihren Gottesdienern mittlerweile das Wohnen auch ausserhalb von Pfarrhaus und Kirchgemeinde.

So soll es nun auch im Pfarramt Rohr geschehen, das zur Kirchgemeinde Buchs-Rohr gehört. Pfarrer Martin Keller wohnt allein im Pfarrhaus, das knapp hundert Meter von der Kirche entfernt im benachbarten Wohnquartier liegt. Als Pfarrhaus ist es kaum auszumachen, und, sagt Kirchenpflegepräsident Roland Bialek, die zehn Zimmer seien zum Wohnen schlicht und einfach zu viele. Deshalb wird Pfarrer Keller von der Residenzpflicht suspendiert, nicht aber von der Wohnsitzpflicht in der Kirchgemeinde.

Rohrer fühlen sich als Minderheit

Ein weiteres Thema, das die Reformierten des Pfarramts Rohr bewegt, ist die Zustand ihrer Kirche. «Das Dach ist nicht mehr dicht», sagt Bialek. Zweimal habe es reingeregnet. Zudem sollte auch die Fassade saniert werden.

Die Geschäfte zum Pfarrhaus und zur Kirche in Rohr seien an der Kirchgemeindeversammlung intensiv diskutiert worden, sagt der Kirchenpflegepräsident. Schon zu Beginn der Debatte hätten zwei Mitglieder ihren Unmut zur Situation in Rohr geäussert. Als Minderheit komme der Stadtteil bei der politischen Gemeinde, bei der Kreisschule und auch bei der Kirchgemeinde immer etwas zu kurz. Viele Angebote gebe es nur in Aarau oder in Buchs.

Entsprechend kritisch seien die Ideen der Kirchenpflege aufgenommen worden. Der Kirchenpflegepräsident verweist auf den Zeitdruck. Bei den Dächern der Annexbauten der Kirche Rohr häuften sich die Probleme. Mit dem Verkauf des Pfarrhauses bestehe die Möglichkeit, die Annexbauten und Räumlichkeiten der Kirche Rohr zu sanieren und zu optimieren. «Man hat dann zwar kein Pfarrhaus mehr, es steht aber auch nicht leer, wenn man keinen Pfarrer hat», sagt Bialek.

Vorerst nur Aussensanierung

An der Kirchgemeindeversammlung seien viele Ideen zur Verbesserung der räumlichen Situation in der Kirche Rohr wie auch für die Verwendung des Pfarrhauses vorgebracht worden, sagt Bialek. Einige Mitglieder hätten ein Gesamtkonzept gefordert. Bialek ist überzeugt, dass es Sinn macht, in einer ersten Phase nur dringende Sanierungen vorzunehmen, wobei gleichzeitig die Situation im Keller verbessert werden könnte. Ein Raum im Keller, der vielfältig genutzt werden könnte, bekommt nur wenig Tageslicht.

Sobald diese ersten Sanierungsmassnahmen abgeschlossen sind, will die Kirchenpflege ein Gesamtkonzept vorlegen. Darin wird dann auch die Verwendung des Kellerraums geklärt. Der Rohrer Pfarrer soll auch weiterhin seinen Arbeitsplatz in Rohr haben.

Die Versammlung gab sich mit diesen Vorschlägen zufrieden und schloss sich den Anträgen der Kirchenpflege an. Es ist somit beschlossene Sache: Die Residenzpflicht von Pfarrer Martin Keller wird aufgehoben und das Pfarrhaus wird verkauft. Die Annexbauten der Kirche werden aussen saniert.