Freibad Schachen
Keine Gnade für die Aarauer Früh-Schwimmer

Es bleibt dabei: Die Aarauer Badi im Schachen öffnet ihre Türen für das Publikum am Morgen weiterhin erst um 9 Uhr. Der Einwohnerrat lehnte mit 29 Nein gegen 17 Ja ein Postulat, das sich für erweiterte Öffnungszeiten starkgemacht hatte, deutlich ab.

Hermann Rauber
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Blick auf das Freibad Schachen.

Blick auf das Freibad Schachen.

Zur Verfügung gestellt

Es war nicht das erste Mal, dass sich die Behörden mit dem Betrieb im Freibad beschäftigten. Die jetzige Regelung der Zugangszeiten stammt aus dem Jahr 1997, als der Stadtrat die Spanne zwischen 9 und 20 Uhr (in den Sommerferien bis 21 Uhr) festlegte, aus Kostengründen. Die CVP-Fraktion hatte 2004 versucht, den Start auf 7 Uhr morgens vorzuziehen, ohne Erfolg.

«Keine Maximalforderung»

Der jüngste Vorstoss in gleicher Sache stammte von Therese Dietiker (EVP/EW) und Heinz Suter (SVP), die nach der aufwendigen Sanierung der Aarauer Badi den Zeitpunkt für «erweiterte Öffnungszeiten» als gegeben betrachteten. «Wir stellen keine Maximalforderungen», betonte Therese Dietiker, es gehe vor allem um Früh-Schwimmer, die sich vor der Arbeit sportlich betätigen möchten. Damit könne der Kreis der Benützer erweitert werden. Dietiker wünschte sich grundsätzlich «mehr unternehmerische Freiheiten», aber auch mehr «Innovation» der Badi-Verantwortlichen.

Der Stadtrat allerdings lehnte am Montagabend den Vorstoss primär aus finanziellen Gründen ab. Eine Erweiterung der Betriebszeiten hätte zusätzliches Personal im Umfang einer Stelle von 50 bis 100 Prozent zur Folge, was mit Blick auf die städtische Finanzlage nicht erwünscht sei. Stadträtin Jolanda Urech erklärte, dass die Öffnungszeiten in Aarau mindestens am Abend vergleichsweise grosszügig seien. Nach einer Erhebung im Jahre 1997 sei die Zahl potenzieller Früh-Schwimmer begrenzt.

Mehrkosten «glaubwürdig»

Für Marcel Husistein (SVP) steht in dieser Sache «der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen». Und auch für die SP sind laut Jürg Knuchel die vom Stadtrat ins Feld geführten Mehrkosten «glaubwürdig». Ein klarer «Bedürfnisnachweis» für eine solche Massnahme fehle.

Diese Meinung teilte eine Mehrheit im Parlament. Ratspräsident Marc Dübendorfer (SVP) rief die Behörden dazu auf, mit dem Schwimmclub Aarefisch das Gespräch für ein mögliches Frühtraining für Spitzensportler zu suchen.