Aarau

Keine Ferien unter dem Rathausdach in Aarau

Es sind Sportferien. Man sollte meinen, im Rathaus ist nichts los. Weit gefehlt. Zwar fallen Stadtratsverhandlungen während der Ferien aus – und einige Stadträte dürften wohl auch irgendwo am Ski fahren sein.

Im Parterre des Aarauer Rathauses aber, am Informationsschalter und bei der Einwohnerkontrolle, läufts rund. «Wir haben in den Ferien fast mehr Kundschaft als sonst», sagt Nadine Marra-Thürig, Leiterin des Stadtbüros. Jetzt hätten die Leute eher Zeit, vorbeizukommen. Verlängerungsgesuche von Ausländerbewilligungen, Umszugsmeldungen oder Identitätskartenanträge werden sowieso jederzeit beantragt.

Und am Informationsschalter bei Maja Novali, die schon seit 16 Jahren hier arbeitet, weil man mit Menschen zu tun hat und weil es lebt, werden nicht nur Sperrgutmarken verlangt oder Baugesuche eingesehen. Einmal sei hier im Fundbüro sogar ein Hund abgegeben worden. Es gelang, die Besitzerin über die Hundemarke zu eruieren. «Tränenüberströmt kam sie und holte den entlaufenen Hund schliesslich ab», erzählen Marra-Thürig und Novali.

Blick über die Dächer in der Halde

Emsig gearbeitet wird auch ganz oben, im Rathaussaal unter dem Dach – mit Blick über die Dächer der Häuser in der Halde, auf die Aare und bis in die Jurahöhen.

Gut zehn Frauen sind damit beschäftigt, die Unterlagen für die Abstimmungen am 3. März zu verpacken. Sie sind seit morgens um 8 Uhr an der Arbeit und werden noch bis um 17 Uhr Broschüren, Abstimmungszettel und Adresskarten in Kuverts stecken. Hoch konzentriert sorgen sie dafür, dass kein Formular doppelt eingelegt wird. Ein kurzer Wortwechsel mit den anderen Frauen liegt zwar drin – auch das mache den Reiz dieser Arbeit aus, sagen die Frauen – manche aber hören nur zu, damit sie nicht aus dem Rhythmus kommen.

Während ganz oben und ganz unten einiges los ist, scheint es auf den Stockwerken dazwischen eher ruhig. An seinem Bürotisch im Rathaus sitzt Christoph Fischer, Ortsbürgergutsverwalter und Stadtoberförster. Eigentlich ist er sogar Besitzer des Rathauses, zwar nicht ganz allein, das Rathaus gehört allen Ortsbürgern. Sie überlassen es aber der Stadt und ihren Einwohnern zur kostenlosen Nutzung – die Stadt muss hingegen für den Unterhalt des Hauses aufkommen. Fischer arbeitet, so wie die anderen Befragten auch, gerne hier: «Ich bin stolz, in diesem ehrwürdigen Haus, das auf die Stadtgründung zurückgeht, arbeiten zu können.

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