FC Aarau
Kein Olympia-Aufgebot: Silvan Widmers Leid ist Aaraus Freud

Der 19-jährige FCA-Abwehrspieler Silvan Widmer erhält überraschenderweise kein Aufgebot für die Olympischen Spiele.

Ruedi Kuhn
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Volle Konzentration auf den FC Aarau: Silvan Widmer (hier im Zweikampf gegen Ludovic Magnin) reist nicht nach London. ANTON GEISSER

Volle Konzentration auf den FC Aarau: Silvan Widmer (hier im Zweikampf gegen Ludovic Magnin) reist nicht nach London. ANTON GEISSER

Im Fussball ist es meistens so wie im normalen Leben. Die Vorfreude ist die grösste Freude. Einen Tag vor Bekanntgabe des Aufgebots der Schweizer U21-Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele in London gab sich Silvan Widmer zuversichtlich und sagte: «Ich rechne mir gute Chancen für die Olympia-Teilnahme aus. Ich bin stolz, Schweizer zu sein. Es wäre eine grosse Ehre für mich. Ausserdem erlebt ein Sportler ein solches Highlight in der Regel im Leben nur einmal.»

Gestern Mittag folgte der grossen Lust der kleine Frust. Obwohl der 19-Jährige aus Würenlos beim 2:1-Sieg im letzten EM-Qualifikationsspiel in Kroatien zur Startformation zählte und eine starke Leistung zeigte, ist er im 18-Mann-Aufgebot für London nicht mit dabei. Für den Aarauer Verteidiger war es ein schwacher Trost, dass sich Trainer Pier Luigi Tami persönlich bei ihm meldete, tröstende Worte fand und ihm zu verstehen gab, wie wichtig er trotz der Absage für die Mannschaft sei. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings noch. Sollte sich ein Abwehrspieler während der Vorbereitungszeit verletzen, so wäre Widmer aller Voraussicht nach der erste Kandidat für eine Nachnomination.

Für Widmer ist der negative Bescheid kein Weltuntergang. «Von Frust kann keine Rede sein», sagt der junge Mann. «Natürlich bin ich ein wenig enttäuscht. Der Trainer aber wird für den Entscheid seine Gründe haben.» Welche denn? Widmer scheint den Hauptgrund für die Absage zu kennen und fügt hinzu: «Mein Hauptkonkurrent auf der rechten Abwehrseite ist Michel Morganella. Er spielt in der italienischen Serie A. Als Spieler der Challenge League habe ich im Vergleich zu ihm natürlich die weitaus schlechteren Karten. Das muss ich akzeptieren.»

René Weiler sichtlich erleichtert

Des einen Leid ist des andern Freud. Wäre für Widmer mit Olympia in London ein Traum in Erfüllung gegangen, reagierte René Weiler sichtlich erleichtert auf die Nichtberücksichtigung des Rechtsverteidigers. Der Aarauer Trainer nahm kein Blatt vor den Mund und sagte: «Hätte der FC Aarau zu Beginn der Saison auf Widmer verzichten müssen, wäre das ein klarer Wettbewerbsnachteil gewesen. Er hat in der vergangenen Saison den Durchbruch geschafft und ist zu einer Teamstütze geworden. Zudem habe ich auf der Position des Rechtsverteidigers keine Alternative.» Neben Widmer wurden auch FCA-Torhüter Joël Mall und Linksverteidiger Loris Benito, der auf diese Saison hin von Aarau zum FCZ gewechselt hat, von Tami nicht berücksichtigt.

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