Eine schmale Spalte zieht sich entlang des Aarauer Bahnhofplatzes. Sie wird kaum beachtet, so unscheinbar ist sie. Doch für den Betrieb des Bushofs ist sie essenziell: Ohne die Rinne hätten die Fussgänger schnell nasse Füsse – bei Regen stünde der gesamte Platz früher oder später unter Wasser. Das Entwässerungssystem mit sogenannten Schlitzrinnen wurde mit dem neuen Bushof eingebaut.

Doch was verbirgt sich unter diesen Schlitzen, die das Wasser und sonstige Abfälle verschlucken? Der Trick der Konstruktion ist, dass die Wasserrinne – im Fachjargon «Rinnenkörper» – unter dem Asphalt liegt.

Das Wasser fliesst in den schmalen Schlitz und läuft unterirdisch in der Rinne ab. Ungefähr alle 50 Meter gibt es einen Ablauf in die Kanalisation. «In der Regel reicht es, wenn die Rinne alle sechs Monate mit einem Hochdruckreiniger durchgespült wird», sagt Thomas Hossli vom Stadtbauamt.

Keine Gefälle möglich

Er erklärt, weshalb die Schlitzrinne eingebaut wurde: Als der Bushof entstand, hat man den ganzen Platz planiert. Dies war notwendig, weil die Decke zwischen dem unterirdischen Parkhaus und dem Bushof so dünn war, dass kein Gefälle mehr möglich war.

Dadurch fliesst das Wasser nicht mehr vom ganzen Platz in einer Richtung ab. Nur die einzelnen Fahrstreifen haben noch ein (kleineres) Quergefälle, beziehungsweise einen Hochpunkt in der Mitte, wie er bei Strassen üblich ist. So läuft das Wasser auf beiden Strassenseiten in die Rinnen ab.

«Für Velos und Fussgänger ist die neue Rinne kein Problem», versichert der zuständige Bauleiter der Implenia AG, Alexander Stritt. Sie verstopfe nicht schneller als Schachtroste oder Gitterrost-Rinnen.

Die Schlitzrinne gibt es seit vielen Jahren in verschiedenen Variationen. Am Bushof ist der Typ «Basel» gebaut worden. Wie der Name schon andeutet, findet man diese Variante auf dem Areal der Messe Basel.

Aber auch an anderen Orten, wie am Taxistand in Aarau, ist die Schlitzrinne anzutreffen. Dort ist es eine etwas breitere Rinne, die das Wasser schluckt.