Aarau
«Kein elitärer Cüpli-Anlass»: Im Reiterstadion soll ein Volksfest stattfinden

Der traditionelle «Mai-Preis» der Traber und der «Grosse Preis des Kantons Aargau», ein Jagdrennen über 4200 Meter, sind zwei der Höhepunkte der Pferderennen an den kommenden zwei Sonntagen im Aarauer Schachen.

Hermann Rauber
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Auf den Spuren des Vorgängers: Bruno Vogel, neuer Rennverein-Präsident, zusammen mit Geschäftsführerin Karin Gloor.

Auf den Spuren des Vorgängers: Bruno Vogel, neuer Rennverein-Präsident, zusammen mit Geschäftsführerin Karin Gloor.

HR

Im Moment wird im idyllischen Reiterstadion im Schachen noch eifrig gearbeitet, denn die Bahn soll sich an den beiden Renntagen im Frühling in bestem Zustand präsentieren. Die Geschäftsführerin des Aargauischen Rennvereins (ARV), Karin Gloor, darf am 11. Mai in allen acht Rennen mit grossen Feldern am Start rechnen.

Allein für den «Preis der Aarauer Gewerbetreibenden» haben sich 23 Traber angemeldet, das abschliessende Cross-Country, eine Aarauer Spezialität, verzeichnet 15 Nennungen, fast ebenso viele sind es bei den beiden Flachrennen. Dies zeige, dass «der Aarauer Turf bei Besitzern, Trainern und Reitern in der ganzen Schweiz beliebt ist», nicht zuletzt wegen der einmaligen Stimmung im Publikum, das die Pferde und Reiter jeweils auf der Zielgeraden frenetisch anfeuert.

Besonders geschätzt wird aber auch die Tatsache, dass der ARV nach jedem Rennen eine stimmungsvolle Siegerehrung auf der Bahn durchführt und nach klassischem Brauch schöne Ehrenpreise für die Gewinner vergibt.

Ein Anlass mit Ausstrahlung

Besonders gespannt ist vor den beiden Turfsonntagen Bruno Vogel, der neue Präsident des Aargauischen Rennvereins. Der Erlinsbacher Gemeindeschreiber folgt den Spuren seines Vorgängers Beat Ries. «Wir wollen den hohen Stellenwert der Pferderennen im Schachen bewahren und pflegen», sagt Vogel.

Nicht zuletzt dank dem besonderen Ambiente im «schönsten Reiterstadion der Schweiz» strahle der Anlass «weit über die Stadt Aarau hinaus». Ohne die treuen Sponsoren sei aber eine Durchführung nicht möglich.

Im Gegensatz zum immer wieder kolportierten Gerücht seien die Aarauer Rennen «kein elitärer Cüpli-Anlass», sondern ein Genuss und ein Treffpunkt für alle Schichten, vor allem für Familien, eine Art «Volksfest», das wie der Maienzug oder der MAG zum Aarauer Jahreskalender gehöre, sagt Vereinspräsident Vogel.

Bruno Vogel und Geschäftsführerin Karin Gloor, die auch als Sponsor- und Rennchefin fungiert, dürfen sich bei den Vorbereitungen und der Durchführung auf eine grosse Zahl von guten Geistern, von den freiwilligen Helferinnen und Helfern, den Vorstandmitgliedern, dem Platzwart Beat Blank über den Stallmeister und den Rennbahnwirt bis hin zu den Betreuerinnen des Kinderhorts verlassen.

Guter Ruf soll erhalten bleiben

«Am Samstag unmittelbar vor dem Turfsonntag wird es jeweils hektisch», weiss Bruno Vogel, der bisher im ARV-Vorstand als Empfangschef mitgewirkt hat.

Da ist es wichtig, dass das für das Publikum meistens unsichtbare Räderwerk hinter den Kulissen einwandfrei funktioniert. Denn Aarau hat in der Pferdesportszene national einen tadellosen Ruf, den es immer wieder zu bestätigen gilt.

Und natürlich ist die Anspannung auch am Renntag selber zu spüren. So hat der ARV-Präsident eine ganze Reihe von Pflichten zu erfüllen, vom Besuch bei der Rennleitung über die Begrüssung der Sponsoren bis zum Apéro für Ehrengäste.

«Es ist unser Ziel, dass sich alle Besucherinnen und Besucher im Reiterstadion wohlfühlen», betont Vogel. Natürlich gehört dazu auch das Wetter, das sich aber bei allem guten Willen von Menschenhand nicht beeinflussen lässt.