Und dies umfasst nur Gerichts- und die Anwaltskosten für die Gemeinde Suhr (Bewilligungsbehörde) und die Stadt Aarau (Bauherrin). Hinzu kommen jedoch noch seine eigenen Auslagen, die im Urteil vom 16. August nicht beziffert sind.

Worum geht es? Schon seit längerem ist klar, dass sich Anwohner nicht nur an Geräuschemissionen stören, die direkt durch den Spiel- und Eislaufbetrieb bei der Keba entstehen. Sondern auch an Lüftungen, die als fünf sogenannte «Monoblocks» installiert sind.

Störend scheint vor allem ein Monoblock direkt über dem Haupteingang zu sein. Im ursprünglichen Baugesuch für den Keba-Umbau waren die Lüftungsanlagen tatsächlich im Keller vorgesehen gewesen; erst im Rahmen der Ausführungsplanung merkte man, dass sie dort aus verschiedenen Gründen keinen Platz haben würden.

Impressionen von der Keba Aarau:

Die Lüftungen, so hat die Keba AG stets argumentiert, seien für den Betrieb der Minergie-Baute zwingend notwendig. Ansonsten käme es über kurz oder lang zu «grösseren Bauschäden (insbesondere Feuchtigkeitsschäden)», heisst es im Verwaltungsgerichtsurteil. Der Einsprecher, ein Anwohner, moniert, man verletze mit den Lüftungen das Vorsorgeprinzip.

Dieses verlangt nicht nur die Einhaltung von Lärmgrenzwerten, sondern auch, dass ein Bauherr den Lärm so weit begrenzt, wie das «technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist». Ob das so ist? Der Gemeinderat will zu dieser Frage im laufenden, umfassenden Baugesuch der Keba ein Lärmgutachten. Es umfasst nicht nur die Eishalle samt Aussenanlagen und Lüftung, sondern auch die gesamte Fussballanlage Brügglifeld, die direkt daneben liegt.

Auf Grundlage dieses Gutachtens soll nicht nur entschieden werden, zu welchen Zeiten die Sportanlagen künftig betrieben werden können. Sondern eben auch, ob die Monoblocks am richtigen Ort sind und das Vorsorgeprinzip eingehalten wird.

Bis zum Abschluss dieser Abklärungen zur Gesamtanlage hat der Gemeinderat verlangt, dass der Monoblock auf dem Vordach aus Lärmschutzgründen eingewandet wird und die Lüftungsanlagen vorübergehend bewilligt, wie sie heute sind. Das bedeutet, dass sie bereits in Betrieb sein dürfen.

Die Anwohner müssen das also tolerieren, bis ein abschliessender Entscheid vorliegt – was noch lange dauern kann. Und genau dagegen wehrte sich der Einsprecher vor Verwaltungsgericht. Er forderte, die Anlagen seien sofort abzustellen und allenfalls sogar zu versetzen.

Doch das Verwaltungsgericht hat das abgelehnt: «Ein rasches Eingreifen mittels einer vorsorglichen Beseitigungsanordnung ist unter dem Gesichtspunkt der tangierten Rechtsgüter nicht geboten, selbst wenn die Dauer des Baubewilligungsverfahrens für die definitiven Betriebszeiten der Keba und für die Lüftungsanlage dazu führen sollte, dass die möglicherweise (geringfügig) rechtswidrige Lüftungsanlage noch jahrelang in Betrieb bleiben wird.»

«Für den Gemeinderat Suhr geht es nicht darum, vor Gericht zu gewinnen», betont Philippe Woodtli, Geschäftsleiter der Gemeinde Suhr. In materieller Hinsicht sei denn auch noch nichts entschieden; das Verwaltungsgerichtsurteil – welches im Übrigen noch ans Bundesgericht weitergezogen werden kann – zeige dem Gemeinderat lediglich, dass er auf dem richtigen Weg sei, was das Vorgehen angeht.

Im Frühsommer lagen die Baugesuche für die definitiven Betriebszeiten der Keba, der Fussballplätze Brügglifeld und der Keba-Lüftung auf. Es sind insgesamt 65 Einsprachen eingegangen, davon betreffen 18 die Lüftungsanlagen der Kunsteisbahn. Derzeit laufen die Einwenderverhandlungen.