Der Aarauer Eisstockclub (AEC) kämpft ums Überleben. «Er ist akut gefährdet, wenn im Winter 2018 wieder kein Eistraining in Aarau möglich ist», schreibt der Verein in einer Medienmitteilung. An den Schweizer Meisterschaften vom letzten Wochenende in Wetzikon ZH sei das Team des AEC aus der A-Liga abgestiegen.

«Neben den durchzogenen Leistungen der fünf eingesetzten Spieler ist ein Hauptgrund für den Abstieg das fehlende Eistraining. Und dies, obwohl in Aarau eine sanierte Kunsteisbahn mit zwei überdachten Eisfeldern steht», schreibt der 1998 gegründete AEC.

Wie konnte es so weit kommen? Fast 20 Jahre lang hätten sie jeweils am Mittwochabend trainiert. In der Zeit der alten, noch nicht erneuerten Keba auf dem Aussenfeld. «Im Winter auf einem reservierten Teil des Eises, im Sommer auf dem Asphalt», so der AEC. Und weiter: «Als die Keba saniert wurde, freuten sich die Vereinsmitglieder, dass dank dem überdachten Aussenfeld ein regelmässiges Training auf Eis unabhängig der Witterung möglich wurde.»

Dies sei ab der Eröffnung der Keba im Herbst 2016 auch der Fall gewesen. «Bis im Februar 2017 das Aussenfeld wegen der falsch eingegebenen Betriebszeiten und Einsprachen frühzeitig geschlossen wurde.» Zudem sei die Trainingsmöglichkeit im Sommerhalbjahr weggefallen, weil auf dem ehemaligen, zwischenzeitlich geschlossenen Aussenfeld nicht mehr trainiert werden dürfe.

Was machen die zwanzig Aarauer Eisstöckler jetzt? Im Sommer trainieren sie in einer Fabrikhalle und im Winter sind sie, bis auf einige wenige Stunden, in denen sie nach Reinach ausweichen können, heimatlos. Ein Eistraining auf dem Keba-Aussenfeld sei für sie nach 17 Uhr wegen der eingeschränkten Betriebszeiten und der Einsprachen nicht erlaubt. Und in der Halle gebe es für die Eisstöckler keine freie Minute Trainingszeit.

Der einzige Trost in dieser schwierigen Situation: Der Crack der Aarauer Eisstöckler, Martin Caspar, holte am Wochenende im Einzelwettbewerb Bronze und qualifizierte sich für die Weltmeisterschaften 2018. (uhg)