Katholiken der Region Aarau sind voll auf Solarkurs

Nach der Kirche Kölliken will die Kreiskirchgemeinde auch das Gotteshaus in Schöftland mit Panels ausstatten.

Marina Bertoldi
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Der Kraftort soll auch ein Kraftwerk werden: die katholische Kirche in Schöftland.

Der Kraftort soll auch ein Kraftwerk werden: die katholische Kirche in Schöftland.

Bild: Urs Helbling

Seit drei Jahren produziert das Kirchendach in Kölliken Strom. Für die Sanierung des Gotteshauses inklusive Fotovoltaikanlage erhielt die Römisch-Katholische Kreiskirchgemeinde Aarau 2018 den Schweizer Solarpreis (AZ berichtete). Nun bleiben die Katholiken voll auf Solarkurs: Auch der Kraftort in Schöftland soll zum Kraftwerk werden. Heute stimmt die Kirchgemeinde über den entsprechenden Planungskredit ab.

Man wolle die Tradition «der pionierhaften energetischen Erneuerung und Sanierung» der eigenen Gebäude fortsetzen, heisst es in den Unterlagen zur Versammlung. Geplant ist eine Fotovoltaikanlage auf dem Süddach mit einer Fläche von ca. 370 m2. Das Dach der 40-jährigen Kirche soll zudem isoliert werden.

Ölheizung soll Wärmepumpe weichen

Weiter sieht das Gesamtkonzept vor, die Gebäudehülle wärmetechnisch zu modernisieren. Die bestehende Beleuchtung soll durch LED-Lampen ersetzt und ein Ersatz für die Ölheizung geprüft werden. Im Vordergrund stehen eine Grundwasserwärmepumpe oder eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. «Mit den vorgesehenen Massnahmen kann der Energieverbrauch um rund die Hälfte reduziert werden», so die Kirchgemeinde.

Der Planungskredit für die Modernisierung beläuft sich auf 210000 Franken. Das Projekt ist beim Ökofonds angemeldet. Zudem würde man im Rahmen der Erarbeitung des Baukredits Kanton und Bund um mögliche Förderbeiträge anfragen. Ende 2021 soll die Höhe des Baukredits feststehen. Der Beginn der Umbauten ist auf Anfang 2022 geplant.

In Aarau steht Sanierung des Pfarrhauses an

Schon lange geplant ist die Erneuerung des denkmalgeschützten Pfarrhauses in Aarau. In der Vergangenheit seien die Arbeiten zu Gunsten anderer Bauvorhaben zurückgestellt worden. Nun aber sollen die Fenster im zweiten Obergeschoss ersetzt, der Dachboden isoliert und neue WC-Anlagen sowie ein neues Schliesssystem eingebaut werden. Ausserdem sollen die Jugendräume künftig automatisch belüftet werden. Die Kreiskirchgemeinde beantragt für den Umbau einen Verpflichtungskredit von 903000 Franken.

Die Rechnung 2019 der Kreiskirchgemeinde weist einen hohen Ertragsüberschuss von rund 1,4 Millionen vor Abschreibungen aus. Davon ist rund eine Million der Nettoerlös aus dem Verkauf der Liegenschaft Sonnmattweg 4 in Suhr. Im Budget 2021 (Steuerfuss unverändert 18%) rechnet die Gemeinde mit einem Aufwandüberschuss von 457000 Franken. Es seien «in allen Bereichen Sparanstrengungen unternommen» worden. Allerdings sei wegen der Coronapandemie mit «nicht kalkulierbaren Ausfällen von Steuereinnahmen zu rechnen», so die Kirchgemeinde.

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