Aarau

Kassier eines Einlegervereins zweigte Geld ab – 40 Opfer bangen um 25'000 Franken

Der Kasten eines Einlegervereins: Mitglieder legen regelmässig Geld in die Schlitze. (Symbolbild)

Der Kasten eines Einlegervereins: Mitglieder legen regelmässig Geld in die Schlitze. (Symbolbild)

Über Monate hinweg hat der Kassier eines Einlegervereins den Kasten geleert, aber das Geld nicht zur Bank gebracht.

Wieder einmal hat jemand das Vertrauen seiner Freunde massiv missbraucht. Und wieder einmal hat jemand gehofft, er könne das finanzielle Loch noch stopfen, bevor der Schwindel auffliegt. Am Schluss blieb dem Sünder nichts anderes übrig, als den Geschädigten schriftlich mitzuteilen, dass er sich an ihrem Geld vergriffen habe. Zu schreiben: «Ich bin beschämt.» Und die Schulden zu anerkennen.

Über 40 Opfer bangen um insgesamt rund 25'000 Franken. Einzelnen fehlen knapp 200 Franken, anderen mehrere tausend. Sie alle waren Mitglieder des Einlegervereins des Restaurants Telli-Egge in Aarau. Sie alle haben Woche für Woche einen Geldbetrag in den Kasten gesteckt. In der Hoffnung, es an der Auszahlung, einem gemütlichen Anlass des Vereins, wieder zu bekommen. Im Vertrauen, dass die Verantwortlichen, allen voran der Kassier, das Geld ordnungsgemäss verwalten. Doch das hat der Kassier, ein Rentner im fortgeschrittenen AHV-Alter, der im Quartier wegen seiner Aktivitäten angesehen war, nicht getan. Angeblich, weil er aus geschäftlichen Gründen in einen Engpass geraten ist. Er hat den Kasten über Monate hinweg ordnungsgemäss geleert, das Geld aber nicht zur Bank gebracht. Das hat, weil es zu wenig Kontrolle gab, niemand gemerkt.

Der Einlegeverein funktioniert unabhängig von der Wirtefamilie. Sie hat keinerlei Kontrollfunktion – und gehört im vorliegenden Fall zu den Opfern. Der ungetreue Kassier will seine Schulden abstottern. Er verspricht, pro Monat 550 Franken aus seiner Rente zu überweisen. Bis das Loch ganz gestopft ist, geht es über fünf Jahre. Und es gibt keine Garantie, dass er das durchhalten kann. Auf eine Anzeige haben die Geschädigten vorerst verzichtet. (uhg)

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