Aarau
Kantonsspital kennt keine Gnade: Der 100-jährige «Krähenbaum» wird gefällt

Dutzende Angestellte des Kantonsspitals Aarau demonstrierten am Donnerstag gegen die Fällung der 100-jährigen Buche. Vergeblich. Der Verwaltungsrat des KSA hat entschieden: Der Baum muss weg, und mit ihm die Krähen.

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Innert Stunden organisierten die KSA-Angestellten gestern eine Demonstration – für den Baum und die Krähen.

Innert Stunden organisierten die KSA-Angestellten gestern eine Demonstration – für den Baum und die Krähen.

Nadja Rohner

«Sauerei!» riefen rund 40 Angestellte des Kantonsspital Aarau. In ihren weissen und blauen Kitteln demonstrierten sie unter dem imposanten Baum, um diesen zu erhalten. Die 100-jährige Buche steht vor dem Haupteingang des Spitals.

Doch es nützte nichts. Der Verwaltungsrat des KSA hält an seiner Entscheidung fest: Der Baum wird gefällt, heute Freitag, 16 Uhr. Grund sind die rund 80Rabenkrähen, die in den alten, grossen Bäumen zwischen Oktober und März übernachten – dies schon seit 50 Jahren. Das verursacht viel Lärm und Dreck.

In der Baumkrone sind deutlich Nester zu sehen.
3 Bilder
KSA-Angestellte und Besucher demonstrieren gegen die Baumfällung
KSA-Angestellte und Besucher demonstrieren gegen die Baumfällung

In der Baumkrone sind deutlich Nester zu sehen.

Nadja Rohner

Um gegen diese Plage vorzugehen, griff das KSA vergangenes Jahr zu unkonventionellen Mitteln und setze eine Tierkommunikatorin ein. Doch die Krähen blieben im Spitalpark. Als letzte Konsequenz zieht die Leitung des KSA nun die Fällung des Baumes.

Die Solidarität mit dem Baum ist gross

Nicht nur die Angestellten des Kantonsspitals hängen am Baum. Auch etliche AZ-Leserinnen und Leser zeigen sich empört über die geplante Fällung. «Das ist unfair dem Baum gegenüber», heisst es etwa. Solch schöne, grosse Buchen könne man aus einer Laune heraus nicht einfach fällen. Und: «Zu Bäumen gehören Vögel jeglicher Art, Krähen sind keine hässlichen, bösen Ungeheuer», äussert man sich zu den Tieren. Auch befürwortende Stimmen sind zu vernehmen. «Die Wege sind immer schmutzig. Einzelne Krähen sind ja noch tolerierbar – aber ganze Schwärme?»

Auch auf Facebook wurde der Fall heftig diskutiert: