Kantonsspital Aarau

Kantonsspital Aarau: Wenn Herz und Geldbeutel schmerzen

Die Gebühren im Parkhaus beim KSA können ins Tuch gehen. Toni Widmer

Die Gebühren im Parkhaus beim KSA können ins Tuch gehen. Toni Widmer

Eltern, die sich nicht informieren, können im Kantonsspital Aarau (KSA) von den Parkgebühren unliebsam überrascht werden. Und die Parkplätze sind beim KSA ein Dauerthema. Es hat bei den vielen Patienten und Besuchern auch zu wenige davon.

Der Säugling ass und trank nicht mehr, die jungen Eltern gerieten vorerst in Panik, sahen ihr Kind im Kantonsspital Aarau (KSA) aber bald bestens aufgehoben. Ärzte und Pflegepersonal kümmerten sich vorbildlich um das kleine Mädchen und bald stand auch fest, dass es an einem heiklen Virus litt.

Deshalb war auch ein längerer Aufenthalt im Kinderspital nötig. Selbstverständlich wurde das Baby nicht seinem Schicksal überlassen. Wie das am KSA üblich ist, durften die Eltern rund um die Uhr bei der Betreuung mithelfen. Sie taten das abwechselnd und, weil sie nicht in der Nähe wohnen, benützten sie für die Fahrten nach Aarau das Auto.

Konkreter: Sie benützten zwei Autos. Und beide standen jeweils über einen längeren Zeitraum im Parkhaus neben dem Kantonsspital. Das ging in den ersten Tagen und Nächten mächtig ins Tuch. 1 Franken für die erste halbe Stunde, Fr. 2.50 für die erste Stunde, 1 Franken für jede weitere Stunde. Man rechne.

Noch teurer wäre möglich gewesen

Hätte das junge Paar seine Autos auf dem Spitalareal parkiert, wäre es noch teurer geworden. Dort ist zwar die erste halbe Stunde gratis. Dafür kosten die erste Stunde 4 Franken und jede weitere Stunde 3 Franken.

Die Suche nach einem Gratisparkplatz im Umfeld des KSA erwies sich als aussichtslos. Seit die Stadt Aarau im September 2010 das neue Parkregime eingeführt hat, sind solche kaum mehr zu finden.

In ihrer Sorge um das Kind hatten die Eltern den anfallenden Parkgebühren allerdings zu spät die nötige Beachtung geschenkt. Erst, als sich die Aufregung etwas legte und sie wieder klarer denken konnten, kamen sie auf die vom KSA angebotenen Lösungen.

Und darauf, dass sie über die paar Tage hinweg auch deutlich günstiger hätten parkieren können. Da gibt es zum einen ein Gratis-Ausfahrtsticket für Eltern, die ein Kind im KSA betreuen. Allerdings nur eines pro Spitalaufenthalt.

Auch ohne Kosten machbar

Hätten besagte Eltern ein Fahrzeug dauernd im Parkhaus stehen lassen und das andere jeweils auf dem Spitalareal gewechselt (erste halbe Stunden gratis) wären ihnen gar keine Kosten entstanden.

Eine weitere Variante ist eine Ermässigungskarte. Diese gibt das KSA ebenfalls (und ausschliesslich) an Eltern mit stationär betreuten Kindern ab. Der Stundentarif im Parkhaus reduziert sich damit auf 55 Rappen. Die Sache hat allerdings einen Haken: Diese Karte gibt es nur im Koordinationsbüro des Kinderspitals und dieses ist am Wochenende nicht besetzt.

Andrea Hopmann, Mediensprecherin des KSA, kennt die Problematik: «Die Parkplätze sind bei uns ein Dauerthema. Es hat bei den vielen Patienten und Besuchern einfach zu wenig davon. Wir versuchen, das Problem insbesondere für die Eltern von stationär behandelten Kindern zu entschärfen, werben für die entsprechenden Lösungen aus verständlichen Gründen aber nicht offensiv.»

Betroffenen Eltern seien die nötigen Informationen jedoch gut zugänglich, sagt Hopmann und rät: «Die Parkgebühren können wir leider nicht abschaffen, aber Nachfragen ist im KSA immer noch kostenlos. Ich rate Eltern dazu, sich auch über die Parkierungsmöglichkeiten rechtzeitig zu informieren.»

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