Aarau

Kantonsspital Aarau steht unter Zeitdruck und geniesst Bevorzugung

© Annika Buetschi / AZ

Der Aarauer Einwohnerrat hat die Teilzonenplanänderung für das Areal des ehemaligen Restaurants Bavaria bewilligt. Hier soll ein Laborgebäude entstehen, in dem auch die Pathologie und die Gerichtsmedizin untergebracht werden.

Keine Opposition gab es am Montagabend im Stadtparlament gegen eine Teilrevision der Allgemeinen Nutzungsplanung im Bereich Buchserstrasse-Bavaria. Hier, am nordöstlichen Rand des Spitalareals, will die Kantonsspital Aarau AG ein zentrales Laborgebäude erstellen, in dem auch die Pathologie und die Gerichtsmedizin einen modernen Standort finden werden.

Die Bau- und Nutzungsordnung wird zwar im Moment einer umfassenden Revision unterzogen, doch steht es dem Stadtrat offen, einzelne Projekte zeitlich vorzuziehen. Genau dies ist nun im Spitalareal der Fall.

Konkret geht es um eine Umteilung des betroffenen Gebiets von der fünfgeschossigen Wohn- und Gewerbezone (WG5) in eine Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (OE). Damit entfällt für die Bauherrschaft der für die WG5 geltende Pflicht-Wohnanteil von 15 Prozent. Die Kantonsspital Aarau AG hat für das Vorhaben bereits einen Architektur-Wettbewerb durchgeführt und entschieden. Die vorgeschlagene Lösung bringe «keine wesentlichen Abweichungen gegenüber den bisherigen Zonenbestimmungen», hielt Markus Hutmacher im Namen der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission fest.

Parkplätze und Park

Die notwendigen Parkplätze sind im Neubau selber vorgesehen, die Zufahrt erfolgt via Buchserstrasse. Damit kann sich laut Hutmacher auch seine Fraktion, die der Grünen, anfreunden. «Für uns ist klar, dass das Gönhardgebiet vom bestehenden Schleichverkehr zum bestehenden Spital-Parkhaus möglichst bald entlastet werden soll.»

Ein Anliegen der Grünen sei es zudem, «die schönen Parkanlagen und die mächtigen Bäume im Spitalareal zu erhalten», betonte Hutmacher. Libero Taddei (SVP) appellierte mit dem Slogan «Die Stadt steht zum Spital» an die Standortgemeinde, die sich einer weiteren Entwicklung der
128-jährigen Erfolgsgeschichte des Kantonsspitals nicht verschliessen dürfe. Nach so viel Wohlwollen war es nicht verwunderlich, dass das Parlament der vom Stadtrat beantragten Teilzonenplanänderung einstimmig seinen Segen erteilte.

Eine Einwendung noch hängig

Allerdings ist nach der Mitwirkung und öffentlichen Auflage im letzten Sommer noch eine Einwendung hängig, die trotz Verhandlungen nicht bereinigt werden konnte. Der jetzige Beschluss des Einwohnerrates untersteht nach der Publikation dem fakultativen Referendum. Sofern dieses nicht ergriffen wird, wird die Teilzonenplanänderung im kantonalen Amtsblatt publiziert. Damit beginnt eine dreissig Tage dauernde Beschwerdefrist, während der bisherige Einwender das Geschäft an den Regierungsrat weiterziehen können.

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