Grosse Pläne
Kantonsspital Aarau plant einen 22,3-Millionen-Umbau

Das Kantonsspital unterzieht sein Haus 17 einer Generalüberholung.

Nadja ROhner
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Haus 17 beherbergt heute die Spitalpharmazie und das Zentrallager. Ueli Wild

Haus 17 beherbergt heute die Spitalpharmazie und das Zentrallager. Ueli Wild

Ueli Wild

Das Kantonsspital Aarau (KSA) hat grosse Pläne: Für 22,17 Mio. Franken soll das Haus 17 saniert und erweitert werden. Weitere rund 130'000 Franken sind für Umgebungsarbeiten vorgesehen. Das über 30 Jahre alte Gebäude liegt in der Ecke Südallee/Suhrerstrasse (Tramstrasse), direkt neben dem Blutspendezentrum. Es beherbergt nicht etwa Betten oder OP-Säle, sondern die Spitalpharmazie und das Zentrallager.

Der Umbau scheint dringend zu sein: Laut dem aktuellen Baugesuch, das bis zum 18. September im Stadtbüro aufliegt, wurden «alle kantonalen Betriebsbewilligungen der letzten 10 Jahre nur unter dem Vorbehalt erteilt, dass der Umbau und damit die notwendigen Anpassungen realisiert werden».

Nicht nur Sanierungsarbeiten

Das vorliegende Bauprojekt – es stammt von der Steigerconcept AG, Zürich – sieht aber weit mehr vor als nur die Erneuerung der Infrastruktur. «Die Logistik von Apotheke und Zentrallager kann zusammengelegt, Prozesse optimiert sowie die Herstellung und Lagerung auf den neusten Stand der Technik und der gesetzlichen Anforderungen gebracht werden», so KSA-Mediensprecherin Andrea Rüegg.

Auch könne durch den Umbau die pharmazeutische Versorgung der Patienten stärker individualisiert werden. Zudem zügelt nach dem Umbau das Hotellerie-Personal, heute am anderen Ende des Geländes untergebracht, ins Haus 17 und ist damit näher an der Küche im Haus 18.

Laut Projektbeschrieb wird das Zentrallager nach dem Umbau mit einem rund um die Hälfte reduzierten Volumen betrieben. «Dies bedeutet deutlich weniger Lagerhaltungen und einen sehr schnellen Umsatz der Güter.»

Es sind rund 110 Personen, die künftig im Haus tätig sein werden. Rund 50 Mitarbeitende hat die Spitalpharmazie. Auf das Zentrallager sowie den Einkauf entfallen rund 45 Personen, die Hotellerie (Administration) beschäftigt rund 20 Personen.

«Das Projekt startet mit der Teil-Auslagerung des Zentrallagers Ende Jahr», sagt Andrea Rüegg. Das Material werde bei der Schweizerischen Post in Villmergen untergebracht. «Sie wird uns die bestellten Artikel täglich liefern.» Im Frühling 2018 sei der Baustart geplant. «Die Bauarbeiten werden in mehreren Etappen umgesetzt und dauern gemäss heutigem Stand bis 2020.» Rüegg versichert, dass die Patienten vom Umbau nichts mitbekommen werden.

Was macht die Spitalpharmazie?

Im Gegensatz zur Spitalapotheke, bei der der Patient direkt Medikamente beziehen kann, ist die Spitalpharmazie für die Ausstattung des Spitals an Medikamenten zuständig. Ihre «Kunden» sind Ärzte und Pfleger. Sie kann individuelle Arzneimittel herstellen, die auf dem Markt nicht verfügbar sind. Unter anderem spezielle nfusionen oder Nährlösungen für Kleinkinder. Im Kantonsspital Aarau ist vor allem auch die Zubereitung von Zytostatika (für Chemotherapien) von Bedeutung.

Dieser Bereich soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden. «Durch die Modernisierung der Spitalpharmazie kann das Leistungsangebot hinsichtlich neuer, innovativer Projekte erweitert werden.» Zentral sei die individuelle und qualitativ hohe Versorgung der Patienten. Künftig will man auch Entwicklungsprojekte sowie klinische Studien professionell unterstützen. (nro)