Das Bundesamt für Gesundheit hat Hyperthermie-Behandlungen in Kombination mit Bestrahlung in den Leistungskatalog der Grundversicherung aufgenommen. Ab 1. Januar können die Kosten für diese einzigartige Form der Krebstherapie über die Krankenkassen abgerechnet werden.

Das ist wesentlich auch ein Verdienst von Chefarzt Stephan Bodis und seinem Team vom Radio-Onkologiezentrum der Kantonsspitäler Aarau und Baden, die sich seit Jahren für diese Zulassung eingesetzt haben.

Das Aargauer Radio-Onkologie-Zentrum ist schweizweit das einzige, das eine kombinierte Hyperthermie-/Radiotherapie bei ausgewählten oberflächlichen und tiefliegenden Tumoren bei Erwachsenen in der Schweiz anbietet.

In Zusammenarbeit mit dem «Swiss Hyperthermia Network» laufen zurzeit mehrere internationale Forschungsprojekte auf dem Gebiet der weiteren technischen Entwicklung und der Hyperthermie Planung/Thermometrie.

Bei einer Hyperthermie-Behandlung wird Wärme in die betroffenen Krebszellen geleitet. Dadurch wird lokales Fieber (41 bis 43 Grad) erzeugt.

Die Behandlung wird einmal wöchentlich mit der täglichen Bestrahlung kombiniert und dauert rund zwei Stunden. Unter dieser Einwirkung reagieren die Tumorzellen mehrfach empfindlicher gegenüber einer Strahlen- und/oder Chemotherapie.

Kombiniert mit den Standardverfahren kann die Hyperthermie bei diversen, insbesondere bei lokal fortgeschrittenen oder wiederkehrenden Tumoren zu einer verbesserten Therapieeffizienz führen.

So kann oft ein funktioneller Organerhalt erreicht werden, was beispielsweise bei Krebsbefall der Blase oder des Darms besonders wichtig ist. Die Hyperthermie per se hat kaum Nebenwirkungen.

Die Aufnahme der klinisch-onkologischen Hyperthermie bei ausgewählten Indikationen in Kombination mit Strahlentherapie in den Pflichtleistungskatalog der obligatorischen Krankenpflegeversicherung wurde Mitte Dezember in der Krankenpflege-Leistungsverordnung des eidgenössischen Departe-ments des Innern verfügt.

Neu können zum Beispiel inoperabler Brustkrebs zusätzlich zur Standardtherapie mit Oberflächen-Hyperthermie oder Blasenkrebs zusätzlich mit Tiefen-Hyperthermie behandelt werden.

Ebenso können Patienten mit einem Tumorwachstum in einer bereits vorbestrahlten Region dank einer Kombination mit Hyperthermie nochmals schonend und effizient bestrahlt werden, was vorher unmöglich war.

Als Voraussetzung für die Kostenübernahme müssen künftig alle potenziellen Behandlungen vorgängig vom «Swiss Hyperthermia Network», einer Tumorkonferenz mit 15 assoziierten Kliniken unter der Leitung des Kantonsspitals Aarau, beurteilt werden.

Hier setzt man die Hyperthermie seit über 30 Jahren bei ausgewählten Patienten ein. «Wir haben uns ein grosses Know-how und ein internationales Netzwerk auf diesem Gebiet aufbauen können», erklärt Chefarzt Stephan Bodis. (az)