Gränichen
Kantonale Senkung nicht vorgenommen: Steuerfuss steigt um drei Prozent

Der Gemeinderat beantragt mit dem Budget 2018 einen gleichbleibenden Steuerfuss von 111 Prozent. Letztlich entspricht das einer Erhöhung um 3 Prozent.

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Am 27. November stimmen die Gränicher über das Budget ab.

Am 27. November stimmen die Gränicher über das Budget ab.

Pascal Meier

Das Budget, über das die Gränicher Gmeind am 27. November zu befinden hat, basiert auf einem Steuerfuss von 111 Prozent. «Technisch gesehen», heisst es in den Erläuterungen dazu, komme dies einer Steuerfusserhöhung um 3 Prozent gleich.

Sprich: Auch Gränichen zählt zu jenen Gemeinden der Region, welche die im Zusammenhang mit der Aufgaben- und Lastenverschiebung zwischen Kanton und Gemeinden vorgeschriebene Steuerfuss-Senkung um 3 Prozent nicht vornehmen wollen. Dasselbe ist bisher von Aarau, Suhr und Buchs bekannt. Weil die Senkung des Gemeindesteuerfusses das Gegenstück zur gleichzeitigen Erhöhung auf kantonaler Ebene um 3 Prozent wäre, ergibt sich mit dem Verzicht auf eine Senkung effektiv ein Anstieg um 3 Prozent.

Das Gränicher Budget 2018 weist trotzdem einen Aufwandüberschuss von knapp 253 000 Franken aus. Immerhin fällt das Ergebnis so gegenüber dem Vorjahr um rund 726 000 Franken besser aus. Der budgetierte Verlust kann aus dem vorhandenen Eigenkapital respektive aus den kumulierten Ergebnissen der Vorjahre gedeckt werden.

Der betriebliche Aufwand steigt gegenüber dem Budget 2017 um rund 647 000 Franken. Davon entfallen rund 155 000 Franken auf den Personalaufwand. Neben individuellen Lohnerhöhungen im Umfang von knapp 31 000 Franken und einer Stellenerweiterung auf der Abteilung Soziales ist vorgesehen, dem Personal eine generelle Lohnerhöhung um 1 Prozent zu gewähren.

Der Sach- und Betriebsaufwand erhöht sich um 2,8 Prozent auf rund 5,169 Mio. Franken. Als kostentreibender Faktor in diesem Bereich wird in den Erläuterungen der vermehrte Unterhalt der Schulliegenschaften bezeichnet. Die Abschreibungen sind mit 2,197 Mio. Franken um rund 43 000 Franken tiefer als im Vorjahr. Aufgrund der anstehenden Investitionen wird damit gerechnet, dass sich die Abschreibungen in den kommenden Jahren auf voraussichtlich 2,6 Mio. Franken erhöhen werden.

Beim Transferaufwand, den Beiträgen an andere Gemeinwesen und private Haushalte, muss aufgrund der stark gestiegenen Sozialhilfeausgaben mit einem Mehraufwand von rund 804 000 Franken gerechnet werden. Zum Teil kann dieser durch Entlastungen bei den Kostenabgaben an den Kanton wettgemacht werden.

Ins Gewicht fällt insbesondere der Wegfall des Beitrags an den öffentlichen Verkehr. Netto beträgt die Kostensteigerung beim Transferaufwand so noch 325 000 Franken. Der betriebliche Ertrag kann um 1,725 Mio. Franken auf etwa rund 24,02 Mio. Franken gesteigert werden. Dies nicht zuletzt, weil der Steuerertrag um 823 000 Franken höher veranschlagt ist als im Vorjahr.

2018 werden die ersten Zahlungstranchen im Umfang von rund 11,8 Mio. Franken für die Projekte Werkhof Moortal und Erschliessung Oberfeld fällig. Insgesamt belaufen sich die Nettoinvestitionen auf 12,034 Mio. Franken. 5 Mio. Franken müssen am Kapitalmarkt aufgenommen werden.

Bis 2022 wird sich Gränichens Nettoschuld auf 15,5 Mio. Franken erhöhen. Das mittelfristige Haushaltgleichgewicht, das laut Gemeindegesetz einzuhalten ist, lässt sich gemäss den Erläuterungen zum Budget auch mit einer Erhöhung des Steuerfusses um 3 Prozent nicht erreichen. Dafür müsste der Steuerfuss bei 114 Prozent, also um weitere 3 Prozent höher, angesetzt werden. (UW)