Kanton Aargau
Solarstrom, Geothermie, Biomasse: Wo der Regierungsrat noch Potenzial für die Energiegewinnung sieht – und wo nicht

Die Aargauer Regierung erklärt in der Antwort auf eine Interpellation der FDP-Fraktion, wo das Potenziell bei den erneuerbaren Energien «schnell und massgeblich» ausgeschöpft werden soll.

Nadja Rohner
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Im Aargau gibt die Wasserkraft nicht mehr viel her.

Im Aargau gibt die Wasserkraft nicht mehr viel her.

Michael Küng / Aargauer Zeitung

Wie zuvor der Nationalrat, hat am Montagabend auch der Ständerat beschlossen, neue Windenergie-, Biogas-, Kleinwasserkraft-, Geothermie- und Fotovoltaikanlagen ab 2023 bis 2030 mit einmaligen Investitionsbeiträgen zu fördern. Dies übergangsweise, nachdem die kostenorientierte Einspeisevergütung (KEV) Ende 2022 ausläuft und keine Lücke bei den Förderinstrumenten entstehen soll.

Was wäre im Aargau noch möglich? Die FDP-Fraktion des Grossen Rats hat das sinngemäss den Regierungsrat in der Interpellation «Sichere Stromversorgung» gefragt. Aus der Beantwortung geht unter anderem das Ausbaupotenzial im Aargau hervor.

Wasserkraft-Potenzial praktisch ausgeschöpft

Punkto Wasserkraft hält der Regierungsrat fest, das Potenzial sei «so gut wie ausgeschöpft». Vereinzelt liessen sich allenfalls noch Kleinstanlagen realisieren sowie bestehende Kraftwerke «innerhalb gewisser Grenzen und gesetzlicher Rahmenbedingungen ausbauen». Primär würden die verschiedenen Schutzinteressen (Natur, Landschaft, Gewässer, Fauna) dem Potenzial Grenzen setzen.

Bei der Fotovoltaik will der Regierungsrat vorwärtsmachen. Er verweist auf eine Solarpotenzialanalyse aus dem Jahr 2013, wonach gut geeignete Dachflächen für die Produktion von mindestens 2,3 Terawattstunden pro Jahr existieren. «Abklärungen im Rahmen der Solaroffensive bestätigen das und mit Hilfe diverser Massnahmen soll dieses Potenzial schnell und massgeblich ausgeschöpft werden», so der Regierungsrat. Eine Rolle spielen indes der Ortsbild- und Objektschutz.

In Sachen Windkraftanlagen bestehe bei den fünf möglichen und im kantonalen Richtplan ausgewiesenen Standorten ein Produktionspotenzial von etwa 50 Gigawattstunden pro Jahr. Die Verfahren zur Realisierung seien jedoch «komplex und herausfordernd», so der Regierungsrat. Die Standorte befinden sich in Burg (Gemeindegebiet Oberhof), Hochrüti (Kirchleerau), Hundsrugge (Zeiningen), Lindenberg (Beinwil im Freiamt) und «uf em Chalt» (Staffelbach).

Was die Verwertung von Biomasse zur Energiegewinnung angeht, so sieht der Regierungsrat das Potenzial bei bestehenden Anlagen und bei Abwasserreinigungsanlagen «weitgehend ausgeschöpft». Das grösste Potenzial bestehe bei der Nutzung von Holz und Düngeabfällen (zirka 100 Gigawattstunden pro Jahr). Limitierende Faktoren aus Sicht des Natur- und Landschaftschutzes seien vor allem die Grösse der Anlagen sowie der generierte Verkehr.

Punkto Geothermie hält der Regierungsrat fest, dass der Abschöpfung des Potenzials «vor allem technische Hürden im Weg stehen». Der Beitrag zur Energieversorgung durch Geothermie werde vor allem im Bereich der Wärmenutzung gesehen.

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